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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

an  einem  Versuche  der  Erklärung  gänzlich  mangelt.  Jene  Arbeiten
sind  sämmtlich  mitgrossemFleiss  und  vieler  Sorgfalt  gefertigt 8 ),  wenn
auch  der  strebsame  schwedische  Gesandtschaftssecretär  am  Hofe  zu
Madrid,  v.  Lorichs,  bei  der  Entzifferung  der  Münzlegenden  von
einer  sehr  unglücklichen  vorgefassten  Meinung,  die  allenfalls  für
spätere  Zeiten  einigen  entfernten  Grund  hätte  haben  können,  ausgegangen ­
  ist 9 ).  So  viele  Anerkennung  diese  Arbeiten  also  auch  verdienen, ­
  so  hat  doch  Boudard  einen  viel  richtigeren  Weg,  als  seine
Vorgänger,  in  der  Vergleichung  der  verschiedenen  Münzlegenden
eingeschlagen.
Bis  zu  diesen  neueren  Untersuchungen  figurirten  noch  immer
in  allen  betreffenden  Werken,  namentlich  bei  Fiorez  in  seinen
Medallas  de  las  Colonias,  Municipios  y  Pueblos  antiguos  de  Espana
(Madr.  1757—1773.  3.  Vol.  4.)  eine  beträchtliche  Anzahl  sogenannter ­
  Letras  desconocidas;  ein  Ausdruck,  mit  welchem  man  eben
die  noch  nicht  enträthselten  iberischen  Buchstaben  bezeichuete.
Schon  Velasquez  (Ensayo  sobre  los  Alphabetos  de  las  letras  desconocidas. ­
  Madr.  1752.  4)  wollte  auf  Grund  althispanischer  Münzen
drei  Alphabete  von  einander  unterscheiden  und  zwar  das  keltiberische,
  das  turdetanische  und  das  b  as  t  ul  o-p  h  ö  niz  i  s  c  he.
Von  diesen  sollte  das  zuerst  Genannte  vorzugsweise  in  Keltiberien
und  in  dem  grössten  Theile  der  Provincia  Tarraconensis  gebräuchlich
gewesen  sein,  das  zweite  bei  den  Turdetanern  und  überhaupt  in
Baetica,  das  dritte  in  den  phönizischen  und  punischen  Colonien  Anwendung ­
  gefunden  haben.  Wir  glauben  dem  ersteren  dieser  Alphabete
unbedingt  den  Namen  des  iberischen  schlechthin  beilegen  zu  dürfen,
denn  bei  den  Stämmen,  welche  gewöhnlich  als  Keltiberer  bezeichnet
werden,  war  doch  das  iberische  Element  sicherlich  das  vorherrschende. ­
  Die  bisher  von  Boudard  veröffentlichten  Untersuchungen
erstrecken  sich  auch  nur  auf  dieses  und  noch  nicht  auf  eine  genauere
Erörterung  der  turdetanischen  und  phönizischen  Legenden;  wohl
aber  hat  derselbe  versprochen,  auch  über  sie  eine  Abhandlung  hers

 )  Vgl.  die  höchst  lehrreiche  Kritik  über  Saulcy  von  A.  de  Longperrier,
in  der  Revue  numismatique.  1841.
,J )  Der  talentvolle  Verfasser  ist  mit  der,  man  könnte  fast  sagen  lixen  Idee  behaftet,
die  Münzlegenden  bezögen  sich  sämmtlich  nur  auf  römische  Verwaltungsgegenstände ­
  und  interpretirt  sie,  um  ein  Beispiel  anzuführen,  in  folgender  Weise:  Die
Legende  HMI-  (Hede),  die  er  fälschlich  HOE  liest,  erklärt  er  als  Octava  (weil
            
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