Über das iberische Alphabet.
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daher um so mehr berechtigt gerade auf diesen Punkt ein gewisses
Gewicht zu legen, als allerdings einzelne Wurzeln auch in den von
den Römern überlieferten Städtenamen—wir machen auf Ur: Wasser,
aufmerksam — sich auch im Baskischen wiederfinden. Alles aber,
was vom Echt-Iberischen auf die Nachwelt gekommen ist, besteht,
einige bisher unentzifferte Inschriften abgerechnet, nur in Eigennamen;
von Conjugation wie überhaupt von irgend welchen grammatischen
Formen ist kaum Etwas daraus zu entnehmen, höchstens
einmal in einigen Münzlegenden eine Andeutung eines Genitivs oder
ein Suffix, welches sich nicht jeder Erklärung entzieht. So findet
z. B. — k‘m oder — k‘n oder auch — q'm, selbst in Mitten von
Legenden, welche zwei Namen enthalten (Leg. 166. 168), seinen
Anklang in dem baskischen Suffix -hin; dasselbe bezeichnet den
Begriff einer Gemeinschaft oder Genossenschaft und kommt im Baskischen
als Postposition in der Bedeutung von „mit“ vor* 7 ).
Die Veranlassung zu diesen Bemerkungen wird uns durch die
Bedeutung jener Münzlegenden geboten; eine wichtige Quelle, deren
Humboldt zwar auch, aber doch nur gelegentlich und anhangsweise
gedenkt <s). Mag auch vielleicht die eine oder andere dieser iberischen
Münzlegenden corrumpirt sein, so liefern sie doch ein verhältnissmässig
reichhaltiges Material, dessen Humboldt sich noch gar
nicht bedienen konnte; hier treten entschieden echte iberische
Formen auf * 9 ), während Humboldt eben lediglich auf die durch die
Römer corrumpirten Namen angewiesen war; ein Gegenstand, der
noch einer näheren Beleuchtung bedarf.
III.
Die iberischen Namen in der Schriftsprache der Römer.
Das Interesse, welches die beiden gebildetsten Völker des Alterthums
an den Lebensverhältnissen der von ihnen als „Barbaren“
bezeichneten Volksstämme nahmen, war ein nur sehr geringes. Sie
Wir enthalten uns jeder Sprachvergleichung-, obschon sich das griech. <7uv (kyprisch
hin s. G. Curtius, Grundzüge S. 477. Pott, Etymologische Forschungen,
Bd. 1. S. 840. u. ff.) und das lat. cum aufdrängen zu wollen scheinen.
18 ) Humboldt, a. a. 0. S. 53. S. 180. u. ff.
1U ) In Betreff dieser ist hauptsächlich auf P. A. Boudard, Numismatique Iberienne
(Paris. 1857. 4.) zu verweisen.