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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  iberische  Alphabet.

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der  in  Rede  stehenden  Fragen  aufzufordern.  Diese  werden  leichter
und  besser  durch  Kenntnisse  auf  den  verschiedensten  Gebieten  der
Sprache  in  den  Stand  gesetzt,  Vieles  zu  erkennen,  was  unseren
Blicken  verschlossen  blieb.  Wir  bescheiden  uns  daher  gern,  der
Wissenschaft  nur  diese  ganz  untergeordneten  Dienste  zu  leisten  und
wenn  wir  uns  erlauben,  unsere  eigenen  Ansichten  über  verschiedene
Punkte  auszusprechen,  so  geschieht  es  mit  dem  aufrichtigen  Wunsche,
von  Kundigeren  eines  Besseren  belehrt  zu  werden.  Ehe  wir  jedoch
zu  dem  eigentlichen  Gegenstände  unserer  Abhandlung  übergehen,
dürfte  es  zur  Orientirung  nicht  unzweckmässig  sein,  noch  zwei
Punkte  besonders  hervorzuheben,  aus  denen  gerade  dieNothwendigkeit
auf  das  Iberische,  nicht  wie  es  uns  in  den  von  den  Römern  corrumpirten
  Namen,  sondern  in  echten  Monumenten  vorliegt,  zuuückzugehen,
  erhellen  dürfte.  Demgemäss  mögen  hier  einige  vorläufige
Andeutungen  in  Betreff  des  Verhältnisses  des  Iberischen  zum  Baskischen
  und  über  jene  Namenscorruption  vorangestellt  werden.
II.
Vorläufige  Andeutungen  in  Betreff  des  Verhältnisses
zwischen  der  iberischen  und  der  baskischen  Sprache.
Die  Ansicht,  dass  die  Iberer  sich  bis  auf  den  heutigen  Tag  in
den  Basken  des  nördlichen  Spaniens  und  des  südwestlichen  Frankreichs ­
  erhalten  haben,  ist  nicht  neu,  sondern  wurde  schon  vor  längerer ­
  Zeit  aufgestellt.  Nach  dem  Vorgänge  einiger  minder  bedeutenden ­
  Schriftsteller  *),  bezeiclmete  M  a  r  i  a  n  a 2 J  in  seiner  Geschichte
Spaniens  die  Basken  als  die  eigentliche  Urbevölkerung  der  pyrenäischen
  Halbinsel  und  nahm  daher  an,  dass  die  Sprache  derselben
in  dem  ganzen  Umfange  Ilispaniens  verbreitet  gewesen  sei.  Diese
Ansicht  erfuhr  theils  manchen  Widerspruchs),  theils  einzelne  Modificationen
 4 ),  bis  um  die  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  der  Jesuit

*)  Mar  in  eu  s  Si  cu  1.  Res.  Ilispan.  Lib.  IV.  cap.  ult.  und  Andere,  welche  Oi'henart,
Notitia  utriusque  Vasconiae  (Paris.  1638.  4.)  Lib  I.  cap.  11.  p.  36.  und  cap.  12.
p.  37.  namhaft  macht.
2 )  Mariana,  Hist.  Ilisp.  Lib.  II.  cap.  5
s )  Morales,  Hist,  flisp.  Lib.  IX.  cap.  3.
Oi'henart,  I.  c.  cap.  13.  p.  44.
            
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