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Phillips
An die Beschäftigung mit der merkwürdigen Sprache des durch
seine Eigentümlichkeiten sehr ausgezeichneten Volkes knüpfte sich
für den Verfasser bald eine ganze Reihenfolge historischer, ethnographischer
und linguistischer Fragen an. Wann und woher ist
dieser Volksstamm, dessen Physiognomie fast ein semitisches Gepräge
hat, in die pyrenäische Halbinsel eingewandert? Sind die heutigen
Basken wirklich, wie seit W. v. Humboldt ziemlich allgemein
angenommen wird, die Nachkommen der alten Iberer, die für die
Ureinwohner Hispaniens gelten? Lässt sich ein solcher Zusammenhang
durch die Vergleichung der iberischen und der baskischen Sprache
erweisen? Zu welchem grösseren Volksstamme gehören als Zweig
die Iberer? Welches ist insbesondere ihr Verhältniss zu den Kelten,
zu den Phöniziern oder zu irgend einem derjenigen Völker, die man
mit Recht oder Unrecht unter der gemeinsamen Bezeichnung des
turanischen Stammes zusammengefasst hat? u. s. w. Die Versuche,
auf diese verschiedenen Fragen wenigstens einigermassen entsprechende
Antworten zu geben, machten wiederum ganz andere
Forschungen nöthig, welche über das Gebiet der baskischen Sprache
als solcher weit hinausgehen mussten; insbesondere war es erforderlich,
auch die Numismatik wenigstens insoferne zu Rathe zu ziehen,
als hier die Legenden altiberischer Münzen Aufschlüsse geben
konnten. So waren zugleich Urzeit und Gegenwart neben einander
ins Auge zu fassen. Um aber das, was, wie die alten Iberer und die
Basken, durch eine so grosse Kluft der Zeit geschieden ist, nicht zu
vermengen und auch, um jede vorgefasste Meinung möglichst fern
zu halten, haben wir uns hei der wissenschaftlichen Bearbeitung der
hier in Betracht kommenden Gegenstände durch das Prinzip leiten
lassen, einstweilen Iberisch und Baskisch, so viel es irgend statthaft
ist, in den nachfolgenden Abhandlungen gänzlich von einander zu
trennen und Jedes für sich zu behandeln.
Es ist demgemäss die Absicht des Verfassers, hier zunächst eine
Abhandlung über einen völlig isolirten Gegenstand vorzulegen, nämlich
über das iberischeAlphabet und auf diese dann späterhin andere
folgen zu lassen. Mit diesen wissenschaftlichen Versuchen verbindet
er die Absicht, das Interesse, welches in Deutschland weder an
dem Iberischen noch an dem Baskischen bisher ein sehr lebhaftes
gewesen ist, anzuregen, ja gewissermassen die Sprachforscher vom
Fache durch Ilerheischalfung von Material zu der gehörigen Lösung