Indogermanisch und Semitisch.
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D. Das Wort.
Die Bildung des Wortes aus der Wurzel geht in beiden Spraehstämmen
sowohl durch äussere als auch durch innere Mittel
vor sich.
Unter den ersterCn, den äusseren Mitteln, begreifen wir die
Verbindung der Pronominalwurzeln mit den Verbalwurzeln. Im Indogermanischen
wird stets die Pronominalwurzel an die Verbalwurzel
angehängt; das Indogermanische kennt also, was die Stellung der
formalen Elemente zu den stofflichen anbelangt, nur Suffixe.
Anders das Semitische. Dieses gestattet nicht nur wie im Indogermanischen,
Anfügung der formalen Elemente an die stofflichen,
sondern auch Vorsetzen der ersteren vor die letzteren, d. h. es
kennt nicht nur Suffixe, sondern auch Präfixe.
Unter den inneren Mitteln der Wortbildung begreifen wir die
Veränderung der Wurzelvocale. Das Indogermanische lässt
bekanntlich in Verbindung mit dem äusseren Mittel der Suffigirung
auch eine Affection desVocals der Wurzel eintreten, wodurch derselbe
gesteigert, d. h. a bald zu a, bald zu ä, i zu ai, u zu au erhoben
wird. Diese Steigerung bewegt sich stets innerhalb der Sphäre des
ursprünglichen Vocals; aus i kann nur ai, aus u kann nur au werden,
nicht aber kann cd aus u oder au aus i entstehen.
Anders das Semitische. Hier wird nicht auf die Sphäre des
ursprünglichen Vocals Rücksicht genommen, sondern jener Vocal,
der durch das Gesetz eines bestimmten Typus gefordert wird, muss
ohne Rücksicht auf den primitiven Vocal, wenn im Semitischen überhaupt
von einem solchen die Rede sein kann, eintreten.
Während also das Indogermanische aus der Wurzel lik laik-a
(griech. Xotzr-ö-) bildet, aus der Wurzel buclh baudh-a, bildet das
Semitische von Jls (katala) — (katilun), von öj>- (haziua)
— (hazinun), von (hasuna) — (hasinunj, von
(katala)—(ma-ktülun), von (hazina) —
(mahzünun).