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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  i  c  a  I  a

Umstand,  dass  im  Altbulgarischen  neben  zedati  auch  die  Form
zadati  sich  findet.  Man  darf  auch  für  das  Polnische  zqdac  eine
Nebenform  zadaö  annehmen,  von  welcher  eben  pol.  zaden  herstammt.
Das  Streben,  die  verschiedenen  Bedeutungen  auch  lautlich  auseinanderzuhalten ­
  —  ein  Streben,  das  in  den  Sprachen  so  oft  sich
manifestiert  —  trug  dazu  hei,  dass  zaden  (iiullus)  diese  Form  stets
festhielt  und  nicht  zu  zaden  wurde.
Es  fragt  sich  nun  noch,  wie  das  polnische  zadny  „hässlich“,
(auch  zadny,  das  nach  Troianski  in  dieser  Bedeutung  veraltet  ist)
Adverhium  zadnie,  Sahst,  zadnosc  „Hässlichkeit“  zu  erklären  ist.
Denken  liesse  sich,  dass  diese  Bedeutung  sich  aus  „nullus“  entwickelte, ­
  wie  z.  B.  im  Latein  nullus  zuweilen  =  vilis,  levis,  so  Ter.
Hec.  5,  3,  2,  qui  oh  rem  nullam  (geringfügig)  misit.  So  wird  im
Griechischen  bekanntlich  o'jüeig,  .grahig  von  einem  unbedeutenden
(yaöAo?)  Menschen,  einer  Null  gesagt,  ovStv  Isysiv  nichts  sagen,
so  gut  wie  nichts  sagen,  etwas  Unbedeutendes  oder  Unrichtiges,
Thörichtes  sagen,  oiidevic.  Nichtigkeit,  auch  Nichtsnutzigkeit,  Nichtswürdigkeit, ­
  oörioa.vog  nichtsnutzig,  geringfügig,  schlecht,  böhm.
nicemny  nichtsnutzig,  armselig,  dann  besonders  in  ethischem  Sinne
-----  novrtpig;  für  nijak’y  (eig.  =  nullius  modi)  citiert  Jungmann  Ryt.
kr.  27.3  nijakä  vec  =  res  nullius  momenli,  vilis.  Da  jedoch  die
negative  Bedeutung  von  zaden  an  das  Vorkommen  in  einem  schon
an  und  für  sich  negativen  Satze  gebunden  ist,  so  ziehe  ich  dieser
Erklärung  die  andere  vor,  dass  die  Bedeutung  „hässlich“  mit  der
oben  erwähnten  indefiniten  Geltung  „quilibet“  zuzammenhängt.
Gerade  so  bedeutet  eben  auch  quilibet  zuweilen  „der  erste  beste“
mit  verächtlichem  Nebenbegriffe,  z.  B.  Plin.  7,  28,  29  neque  cum
quolibet  hoste  res  fuit  (=  unbedeutend,  q/xvlog,  6  ruy'oöv);  Gai.
Dig.  |2,  8,  5  quaelibet.  Gerade  so  werden  im  Böhmischen  die  mit
leda-  lec-  zusammengesetzten  indefiniten  Wörter  gebraucht;  z.  B.
ledajak  (eig.  quolibet  modo)  =  schleuderhaft,  schlecht,  ledajaky
(eig.  qualislibet)  =  gemein,  schlecht,  nicht  viel  wertb,  ebenso
ledakdo,  ledakdos,  ledaktery  (vergl.  Zikm.  skl.  S.  37b).  Im  Gegensätze ­
  dazu  werden  in  verschiedenen  Sprachen  Wörter,  die  im
Gegensätze  zum  ersten  besten  etwas  Ausgewähltes,  Auserlesenes
bezeichnen,  in  der  Bedeutung  „trefflich“  gebraucht,  wie  eximius,
eyregius  böhm.  vyborny  (v.  vy-brati).  Bemerkenswerth  ist,  dass  das
pol.  zadny  auf  die  körperliche  Beschaffenheit  beschränkt  wurde
            
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