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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  (  e  a  1  a

5,  5,  8:  2,  477  oder  auch  was  selbst  verschiedene  Farben  hat,
z.  B.  Plin.  10,  2,  2)  opp.  concolor;  discors  opp.  concors,  concinere
opp.  discrepare  (Cie.  N.  D.  1,  7,  10  Antiocho  Stoici  cum  Peripateticis
  re  concinere  videntur,  verbis  discrepare).
Excurs  II.
über  soius,  sollus.
Für  den  Zusammenhang  der  Begriffe  der  Einheit,  Ganzheit,  Allheit ­
  bietet  einen  sehr  lehrreichen  Beleg  sollus  im  Verbaltniss  zu
soius  dar.  Dass  soius  und  sollus  dasselbe  Wort  ist,  behauptet
Lottner  (Kuhn’s  Zt.  3,  135)  mit  Recht.  So  wie  sich  sollus  zu  einem
anzunehmenden  altgriechischen  *oAAog  (Curl.  Et.  II,  128)  verhält
(6'Ao?:  6'AAoc  =  psoog:  psooog'),  so  verhält  sich  soius  zumion.
oblog,  abgesehen  von  der  Einbusse  des  Spiritus  asper.  Als  Vorstufe
von  *ollog  ist  *  ölfog  (=  skt.  särvas,  lat.  salvus)  anzunehmen,  woraus
durch  Metathesis  *öFlog,  *ouAog,  oblog  wurde.  Für  das  Latein  ist
*solvus  anzunehmen,  woraus  einerseits  sollus  wurde,  anderseits
durch  dieselbe  Metathesis  *sovlus  sülus  (wie  mötum  =  movtum,
fömentum  =  fovmentum).
Als  Grundbedeutung  nehme  ich  die  Einheit  an,  obzwar  sie
sie  sich  im  skr.  särvas  nicht  findet.  Von  dem  Begriffe  der  Einheit
gelangt  man  vermittelst  des  Begriffes  der  Vereinigung  zudem
der  Ganzheit;  das,'  was  seineTheile  in  sich  vereinigt,  so  dass  kein
Theil  ausserhalb  derselben  ist,  ist  ganz  (diese  Bedeutunghat  sollus).
Ist  das  Eine  zusammengesetzt,  so  ist  eben  diese  zusammengesetzte
Einheit  eine  Ganzheit,  und  die  Ganzheit  ist  eine  Allheit  (skr.  särvas;
das  lat.  omnis  vereinigt  wie  das  griech.  nag  die  Bedeutungen  ganz
und  all  in  sich),  da  kein  Theil  fehlen  darf,  wenn  das  Ganze  zu
Stande  kommen  soll.  Diese  Vermittlung  der  Bedeutungen  erscheint
mir  angemessener  als  die  von  Lottner  (a.  a.  0.)  aufgestellte:  „Die
gewöhnliche  Bedeutung  allein  (soius)  entwickelt  sich  aus  der  Urbedeutung ­
  „ganz“  gerade  umgekehrt  wie  die  von  salvus.  Denn  salvus
ist:  „ganz,  so  dass  nichts  fehlt,,,  soius:  „ganz,  so  dass  nichts
hinzukommt“.
            
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