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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  i  c  a  I  a

3.  aiiv,  st>,  lit.  sü  =  sam.
Die  Schwächung  eines  ursprünglichen  a  zu  u  in  £üv,  avv  findet
Pott  (I,  841)  bedenklich,  weil  kein  Beispiel  vorhanden  sei,  wo  der
Wechsel  von  u  statt  o  eine  Flexionsendung  der  2.  Declination  träfe.
Aber  das  Bewusstsein,  dass  es  Casusformen  sind,  war  längst
geschwunden,  und  demnach  darf  man  solche  Analogien  wie  övuf
(vergl.  Curt.  2,  287)  und  äolische  Formen  wie  riin  (=  rörs)  für
hinreichend  halten.
Mit  dem  Stamme  ka  parallel  geht  Stamm  sa  sowol  bezüglich  der
Bildung  der  Präposition  sam,  st.,  ovv,  lit.  sü,  wie  auch  bezüglich  der
für  sam  anzunehmenden  Grundbedeutung,  ein  Umstand,  der  der  eben
dargestellten  Ansicht  über  die  Entstehung  und  Grundbedeutung  von
cum  zur  Bestätigung  dient.  Die  Grundbedeutung  der  Einheit,  resp.
des  Zusammenfassens  zu  einer  Einheit,  des  Vereinigens  zeigt  sich  in
dem  Präfix  skt.  sa-,  griech.  ä.  (z.  B.  c/.g'),  a  dSpoitjriy.öv  (z.  B.
d-a'sXfstog).
Vom  Stamme  sa  ist  der  Accus,  sam  gebildet,  mit  welchem  oOv
für  identisch  gehalten  werden  muss,  da  die  Übereinstimmung  in
den  Functionen  (nach  ßenfey  erscheint  sam  auch  als  Präposition
mit  dem  Instrumental)  zwischen  sam,  söv,  sm,  sü  eine  gar  zu  einleuchtende ­
  ist.  Sobald  nun  sam  nicht  mehr  als  Casus,  sondern  als
Adverb  in  der  Bedeutung  „in  eins,  zusammen“  gefühlt  wurde,  diente
es  selbst  als  Grundlage  zur  Bildung  neuer  Wörter,  in  denen  die
Bedeutung  der  Einheit  vorhanden  ist,  wie  z.  B.  sim-plex,  sin-guli,
sig  =  hg  =  ep.-g  (nach  Pott  und  Meyer,  Kuhn’s  Zt.  5,  161).  Ferner
diente  sam  als  Grundlage  zur  Bildung  eines  neuen  Stammes  sama-.
Das  m  wurde  hier  gerade  so  herübergenommen,  wie  das  für  m  stehende ­
  v  von  £0v  in  vcg  (und  ebenso  in  xoivög  =  xov-jog)  erscheint, ­
  oder  wie  das  fertige  Wort  t/.et  (Locativ)  zur  Bildung  von
i/.zXvog  verwandt  wurde,  eine  überhaupt  nicht  seltene  Erscheinung.
Auch  diesem  Stamme  sama-  ist  die  Bedeutung  der  Einheit  beizulegen, ­
  die  z.  B.  offen  vorliegt  im  slav.  sann,  (urspr.  ein,  allein,
ist  möglich,  dass  Kvvovpioi.  richtig  als  „confinium  Laconicae  et  Argolidis“  gedeutet ­
  wird;  aber  sichergestellt  ist  dies  nicht,  da  in,  Ortsnamen  häufig  xvcov  vorkommt; ­
  vergl.  Kuvopriov,  Kuvd?  xs<paXat,  Kvvoaovpa,  IC  wog  GYjp.ct  und
namentlich  Kuvocoupia,  durch  welche  Form  die  von  Ahrens  gegebene  Deutung
sehr  fraglich  wird.  Auch  xuva*y^vj  hat  nicht  zwingende  Beweiskraft.  Annehmbarer
■dürfte  die  von  Ahrens  ebend.  eruirte  kyprische  Form  xtv  sein.
            
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