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Indogermanisch und Semitisch. <7
2. Vocalc.
Die ursprüngliche Vocalreihe des Semitischen ist folgende:
a i u
Dagegen stellt sieh die ursprüngliche Vocalreihe des Indogermanischen
folgendermassen dar:
a i u
ai au
Die Vocallängen sind in beiden Sprachstämmen etwas Secundäres
und verdanken wahrscheinlich einerseits der Zusammenziehung,
andererseits dem Accente ihre Entstehung.
Was dagegen die Diphthonge ai, au betrifft, so sind sie
ursprünglich nur dem Indogermanischen eigen und weichen später in
beiden Sprachstämmen, ihren Ursprung anlangend, von einander sehr
ah. Während ai, au im Semitischen stets ein Zusammenziehungsproduct
aus a -f- i, a-\-u, respective a-{-y, a-\-v sind, erscheinen
dieselben im Indogermanischen neben derselben Geltung als a -j- i,
a -f- u auch als Steigerungen von i und u. An Stelle eines wurzelhaften
i oder u treffen wir, ohne dass irgend ein lautliches Moment
dieser Veränderung namhaft gemacht werden könnte, die Laute ai
oder au, eine Erscheinung, für welche aus der semitischen Ursprache
kein Beleg beigebracht werden kann.
B. Die Silbe.
1. Anlaut.
Im Indogermanischen ist sowohl consonantischer als auch
Tocalischer Anlaut der Silbe gestattet. Beim consonantisehen Anlaut
ist die Sprache nicht auf einen einzelnen Consonanten beschränkt,
sondern kann auch mehrere Consonanten zu einer Gruppe vereinigen.
Im Semitischen muss jede Silbe mit einem Consonanten
beginnen; es sind sowohl vocalischer Anlaut als auch der Anlaut mit
mehr als einem Consonanten ausgeschlossen.