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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  1  c  a  I  a

die  Palme  witziger  Beredsamkeit  zuerkamit  (54,  21G  in  quibus  tu
longe  aliis  mea  'sententia,  Caesar,  excellis),  Caesar  dagegen  diese
abgeleimt  (§.  220  nam  id,  quod  tu  mihi  tribuis,  Antoni,  Crasso  est
omnium  sententia  concedendum,  wobei  der  Gegensatz  omnium  sententia ­
  und  mea  sententia  beacbtenswerth  ist):  in  Übereinstimmung
damit  spricht  dann  Caesar  §.  227  seine  Verwunderung  über  das
Urtheil  des  Antonius  aus.  Caesar  nimmt  sich  also  des  Crassus  an  und
man  kann  „isti“  paraphrasieren  „diesem  deinem  Crassus,  dessen  du
dich  annimmst,  diesem  deinem  Schützling“.  —  Bei  Cic.  in  Cat.  2,  8,
18  (tu  agris,  tu  aedificiis,  tu  argento,  tu  familia,  tu  rebus  omnibus
ornatus  et  copiosus  sis,  et  dubites  de  possessione  detrahere,  adquirere
  ad  (idem?  Quid  enim  exspectas?  bellum?.  .  .  An  tabulas  novas?
Errant  qui  istas  a  Catilina  exspectant:  meo  beneficio  tabulae  novae
proferentur,  verum  auctionariae;  neque  enim  isti,  qui  possessiones
habent,  alia  ratione  ulla  salvi  esse  possunt)  ist  es  auch  klar,  dass
iste  mit  Rücksicht  auf  die  zweite  Person  (tu),  die  als  Repräsentant
einer  ganzen  Classe  gedacht  und  angeredet  wird,  stellt;  man  kann
also  qui  istas  exspectant  erklären  „welche,  wie  du,  diese  von  Cat.
erwarten“,  eben  so  isti  „diese  Leute,  wie  eben  du“.  —  Wenn  Heindorf ­
  zu  Hör.  Sat.  1,  2,  73  als  Beweis  dafür,  dass  iste  zuweilen  für
hic  oder  ille  stehe,  Ep.  1,  6,  67  anführt,  so  ist  dies  Beispiel  nicht
gut  gewählt  (si  quid  novisti  rectius  istis,  candidus  imperti);  hier
erklärt  Krüger  istis  richtig  „das,  was  d  u  liier  von  mir  ausgesprochen
siehst“.
Wir  kommen  nun  zur  Erklärung  des  Begriffes  der  Vorachtung,
der  durch  iste  so  oft  bezeichnet  wird.  Dies  Moment  der  Geringschätzung ­
  ist  aber  durchaus  nicht  eine  besondere  und  ausschliessliche
Eigenthümlichkeit  dieses  Pronomen.  Auch  andere  Pronomina  können,
wenn  der  Context  darnach  angethan  ist  und  wenn  sie  mit  spöttischem
Ton  und  geringschätziger  Geberde  ausgesprochen  werden,  dieselbe
Geltung  haben.  So  ist  „huius  non  faciam“  bei  Ter.  Ad.  2,  1,  9  =
nicht  so  viel  (was  man  sich  von  einer  entsprechenden  Geberde  und
Ilandbewegung  begleitet  zu  denken  hat)  d.  i.  nicht  ein  biseben  werde
ich  darauf  Rücksicht  nehmen“.  Cic.  in  Cat.  1,  1,  2  hic  tarnen  vivit,
mit  Verachtung  und  Unwillen  gesagt.  Ebenso  ille  z.  B.  Cic.  Rep.  1,  1
ad  summara  senectutem  maluit  iactari  quam  in  illa  tranquillitate  atque
otio  iucundissime  vivere.  Ferner  bezeichnet  ille  häufig  eine  bekannte,
oft  erwähnte  Person  oder  Sache,  die  nicht  immer  berühmt  sein  muss
            
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