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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  i  c  a  I  a

äXXcc  u.  a.  —  So  wie  nun  das  possessive  log  und  das  relative  eV/?  in
der  Form  (mit  Ausnahme  der  Betonung)  übereinstimmen,  so  ist  nach
unserer  Auffassung  auch  die  Gleichheit  des  possessiven  dg  und  des
relativen  dg  keine  zufällige,  sondern  beruht  auf  Identität  der  beiden
von  demselben  Stamme  sva  herrührenden  Wörter.
Leicht  erklärt  sich  ferner  auch  das  homerische  77vre  i)  —  5?
afors;  daraus  ward  zunächst  riovrs  (wie  z.  B.  dmvog  d.  i.  avnvog  aus
svapnas),  dann  rjvrs  (wie  77O?  aus  770-0?):  aus  rjVTe  aber  ward  -svrs,
wie  sv  aus  770,  iv.
Das  homerische  pr,  ist  ein  wichtiger  Beweis  für  Lottner's  Ansicht. ­
  Da  es  nämlich  für  oovj  steht  (Curtius  in  Kuhn's  Zt.  3,  76),  wie
lakon.  fiv  für  opiv,  und  dem  got.  sve  entspricht,  da  es  ferner  die
unzweifelhaft  relative  Geltung  „wie“  hat,  so  unterstützt  es  die  Ansicht
vom  Zusammenhang  des  griech.  Relativs  mit  dem  Stamme  sva
wesentlich;  die  relative  Geltung  entwickelte  sich  aus  der  demonstrativen, ­
  die  sich  in  y.ai  dg  spr^  ri  dog,  seltener  77  <3“’  77  bis  in  späte
Zeiten  erhalten  hat,  wie  sich  denn  auch  noch  später  vereinzelte
Spuren  des  Gebrauches  von  ou,  of,  s  =  eins,  ei,  eum  finden  (z.  B.
Soph.  Trach.  660  ä  os  oi  piXa  §äp.cip  —  eins  uxor;  vgl.  Krüger
Gramm.  II,  §.  61.1).
Auch  in  den  italischen  Sprachen  entwickelte  der  Stamm  sva
aus  der  demonstrativen  Geltung  (die  z.  B.  in  dem  altlat.  suad—sic
vorliegt)  die  relative,  nämlich  in  der  Conjunction  lat.  sei  (aus  svei),
si,  osk.  svai  oder  saae,  umbr.  sve.  Desselben  Ursprungs  ist  wohl  ai,
st  (für  svai,  svei);  dass  hier  sv  spurlos  verschwinden  konnte,  wird
durch  idico  =  o^totco  bestätigt.
Die  Ansicht,  dass  Sanskrit  und  Griechisch  in  der  Entwicklung
des  Relativpronomens  nicht  übereinstimmen,  kann  um  so  weniger
überraschen,  wenn  man  bedenkt,  wie  gering  die  Übereinstimmung
der  indoeuropäischen  Sprachen  in  dieser  Hinsicht  ist.  Nur  das  Sanskrit ­
  und  Zend  haben  ein  Relativpronomen  ja-),  das  Altpersische

Ich  habe  früher  (Zschft.  f.  d.  öst.  Gymn.  1803.  S.  314)  Yjvzz  irrig -  aus  Y)  jore
durch  Annahme  des  äol.  v  =  o,  wie  äol.  tute  =  rore,  erklärt;  aber  die  ursprüngliche ­
  Bedeutung  „wie  wann“  glaube  ich  für  vjure  a.  a.  0.  genügend  nachgewiesen
zu  haben.
2 )  Bemerkenswerth  ist,  dass  im  Sanskrit  und  Zend  die  demonstrative  Geltung  des
Stammes  ja,  die  natürlich  vorauszusetzen  ist,  spurlos  verschwunden  ist.  Im  Zend
nahm  zwar  Bopp  II 2  §.  383  S.  198  es  an:  aber  vergl.  I 3  S.  484.
            
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