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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  i  c  a  I  a

Wenn  das  positive  Resultat  der  Untersuchung  Savelsberg’s  richtig ­
  wäre,  so  müsste  man  meiner  Ansicht  nach  die  relative  Geltung
aus  der  indefiniten  erklären  (vgl.  oben).  Aber  die  Ansicht  von
der  Entstellung  des  og  aus  xfo?  hat  Curtius  (Grundz.  d.  gr.  Etym.
II,  178)  widerlegt.  Zwar  könnte  Savelsberg  auf  Curtius’  Einwendung: ­
  „Die  demonstrative  Bedeutung  des  gr.  og  in  y.ai  og  £<oy)
spricht  gegen  diese  Herleitung“  erwidern,  dtss  er  am  Schlüsse  seiner
Abhandlung  ausdrücklich  zugegeben  habe  (nach  Curtius'  Vorgang  in
Kuhn’s  Ztschft.  6,  93),  dass  vor  der  fragenden  Bedeutung  dem
Stamme  xa,  kva  die  hinweisende  zukam  und  dass  x«t  og  O-vn
(sowie  auch  der  demonstrative  Gebrauch  von  üg  oder  cSj)  von  diesem
Standpunkte  erklärt  werden  könne;  aber  der  andere  von  Curtius
angeführte  Grund  ist  entscheidend:  „Wie  unwahrscheinlich  ist  es,
dass  das  Griechische  von  den  beiden  Consonanten  den  ihm  ganz
geläufigen  zu  Gunsten  des  so  wenig  festen,  von  Anfang  an  schwankenden ­
  f  aufgegeben  haben  sollte!“  Es  lässt  sich  aus  dem  Griechischen ­
  kein  Beispiel  eines  Abfalls  des  fc  in  der  Lautgruppe  xf  anführen.
Aus  xfog  konnte  nur  werden  9 y.vg  (wie  y.iio.y.uvög  aus  kvan-,  skr.
(;van)  oder  a 7tog  aus  *jznog  (wie  önnoze  aus  o'xfors),  oder  *xoj,  niemals ­
  aber  foj.
Aber  dass  Savelsberg  die  gewöhnliche  Ansicht,  og  sei  jas,
erschüttert  hat,  scheint  anerkannt  werden  zu  müssen.  Curtius,  indem
er  an  der  Ansicht  Sg  sei  —jas,  festhält,  macht  geltend,  dass  der  conventionelle
  Gebrauch  der  epischen  Sängerschulen  selbst  nach  dem
Verschwinden  des  Lautes  Jod  den  Hiatus  und  die  Dehnung  vor  solchen
Wörtern  in  gewissen  häufigen  Wendungen  aufrecht  halten  konnte,
ähnlich  wie  die  späteren  Epiker  es  mit  den  digammirten  Wörtern
machen,  nachdem  längst  der  Spirant  selbst  verhaucht  war  (II,  178).
Wenn  man  dies  aber  auch  für  „gewisse  häufige  Wendungen“  zugehen
wollte  (wie  z.  B.  Ssog  tog-  und  ähnl.),  so  ist  doch  anderseits  zu  beachten, ­
  dass  Hiatus  und  Dehnung  sehr  oft  in  Fällen  Vorkommen,  die  offenbar ­
  nicht  als  häufige  Wendungen  angesehen  werden  können.  Ferner
zeigen  sich  hei  den  Wörtern,  in  denen  unzweifelhaft  der  Spiritus
asper  aus  j  entstanden  ist,  jene  Erscheinungen  nicht  (z.  B.  hei  öpsis,
öa/-UV//,  f/arap).
Freilich  wird  fort  von  manchen  für  verdächtig  gehalten  (vgl.
Curt.  I,  364;  II,  36);  aber  die  Glosse  des  Hesychios  ßcthM&rrig
kommt  dem  fort  wirksam  zu  Hilfe.  Jedenfalls  kann  man  sagen,  dass
            
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