Untersuchungen auf d. Gebiete der Pronomina, besonders der lateinischen. 127
Aber diesen mehr oder minder leicht erklärlichen Beispielen
stehen andere aus der älteren Zeit gegenüber, auf die sich diese
Erklärung nicht ausdehnen lässt, wie Naev. fr. inc. bell. Pun. p. 18
Vahlen: plerique omnes subiguntur sub suum iudicium. Plaut. Capt.
3, 4, 48 nnm is est servos ipse neque praeter se umquam ei servos
fuit. Cato R. R. 37 vitis si mac.ra erit, sarmenta sua concidito. Ich
hin bezüglich solcher ^Stellen geneigt anzunehmen , dass dieser
Gebrauch, für den im Griechischen so zahlreiche Beispiele vorliegen
und der auch im Deutschen bei dem possessiven sein sich findet,
noch die ältere Sprachstufe repräsentiert. — Dass der Gebrauch von
smis = eius nie ganz verschwand, dafür bürgt derselbe Gebrauch in
den romanischen Sprachen, wie ital. suo, franz. son. Dass im mittelalterlichen
Latein so oft suus = eins vorkommt und auch sui, sibi,
se = eius, ei, eum u. s. w. (z. B. in einem Briefe Poggio's an Leonardus
Aretinus: vera sunt, quae sibi objiciuntur d. i. ei, nämlich
dem Hieronymus von Prag), ist jedenfalls bemerkenswerth.
1 her das griechische Relativpronomen.
Gegen die gewöhnliche Ansicht, dass dg dem skr. jas entspreche,
polemisiert Savelsherg (Kuhn's Ztschft. 8, 401 ff. vgl. 10, 75).
Mit dem negativen Resultate dieser Abhandlung hin ich jetzt ganz
einverstanden, obzwar ich früher auf Grundlage der gewöhnlichen
Ansicht öors zu erklären versuchte (Ztschft. f. d. öst. Gymn. 1863,
S. 314). Savelsherg gelangt zunächst durch Vergleichung zahlreicher
homerischen Stellen und mit Berücksichtigung der von Ross im
J. 18S4 veröffentlichten lokrischen Inschrift, auf welcher Z. 6 fort
steht, sowie mit Benutzung der Notiz des Hesychios: BaAtxtcörog,
ovvifr/ßog ■ Kprjrsg zu dem Resultat, dass 6g aus Fog entstanden sei.
Auch diese Form sei nicht ursprünglich; man müsse neben dem
ionischen Interrogativstamm xo eine zweite Gestalt xfo (vgl. lat.
quo-) annehmen, woraus 6kt(6ts = dxfors; durch gänzlichen Wegfall
des x sei aus xfos geworden foj (vgl. wer= hver), dann 6g. In
höherer Instanz hänge freilich auch das Relativem fö?, 6g mit skr.
jas zusammen, da dieses wiederum aus kjas entstanden sei. Was die
Entwicklung der Bedeutung betrifft, so nimmt er an, dass im Grie- .
chischen, sowie im Lateinischen und Deutschen, die interrogative
Geltung die ursprüngliche war, aus der sich die relative entwickelte,
wobei auf Pott (Etym. Forsch. I, 361 2. Aufl.) verwiesen wird.