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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  i  c  a  1  a

|3)  Es  stellt  im  Nebensatze  der  Superlativ,  im  Hauptsatze  aber
weder  der  Superlativ  noch  der  Comparativ;  Cic.  Fin.  5,  20,  57  ut
tjuisque  optime  institutus  est,  esse  omnino  nolit  in  vita;  aber  liier
vertritt  wohl  omnino  den  Superlativ.  Eine  andere  scheinbare  Ausnahme ­
  ist  bei  Liv.  9,  (3,  1  ut  quisque  gradu  proximus  erat,  ita  ignominiae
  obiectus,  wo  Weissenborn  richtig  bemerkt:  „der  Begriff  proximus ­
  ist  auch  zum  Hauptsatze  zu  ziehen“.
b)  Ein  solches  proportionale  Satzgefüge  kann  aber  in  einen  einzigen ­
  Satz  zusammengezogen  werden.  Sali.  Cat.  8,  5  prudentissumus
  quisque  maxume  negotiosus  erat.  Cic.  Tusc.  1,  IS,  3S  optimus
quisque  maxime  posteritati  servit.  Acad.  1,  4  recentissima  quaeque
sunt  correcta  et  emendata  maxime.  Fin.  2,  2S  Optimum  quidque  rarissimum
  est.  Die  Proportionalität  ist  hier  aufrecht  erhalten.  Vgl.
Xen.  Mem.  4,  1,  3  cd  äpiszcu  doxoOaca  sfvat  <p(tasig  pähaza.  kcabdcxc
osovzou.
c)  Endlich  aber  gebrauchte  man  auch  quisque  mit  dem  Superlativ ­
  ohne  einen  zweiten  entsprechenden  Superlativ.  Gewiss  wurde,
als  diese  Construction  aufkam  ,  der  Begriff  des  Superlativs  noch
gefühlt,  er  verlor  sich  aber  mit  der  Zeit  (wohl  durch  Vermischung  des
relativen  Superlativs  mit  dem  absoluten).  Übrigens  scheint  diese  Construction ­
  verhältnissmässig  spät  entstanden  zu  sein,  da  sich  in  älterem
Latein  vielleicht  kein  Beispiel  findet;  denn  hei  Plaut.  Most.  1,  2,  75
dürfte  wohl  zu  lesen  sein  :  parsimonia  et  duritia  disciplinae  aliis  eram;
optimi  quoque  (für  quique)  expetebant  a  me  doctrinam.  Für  a)  findet
sich  in  der  älteren  Sprache  eine  Analogie,  wenn  auch  nicht  mit
ut—ita:  Cato  B.  B.  34  ubi  (was  nicht  in  uti  zu  ändern  ist)  quisque
locus  frigidissimus  erit,  ibi  primum  serito.
In  der  Verbindung  pruclentissimus  quisque  nun  hat,  wie  in
manchen  anderen  Fällen,  quisque  geradezu  die  Bedeutung  „jeder“
angenommen 1 )-  Vgl.  Haase  (a.  a.  0.),  der  nach  der  Aufstellung  der
eigentlichen  Bedeutung  hinzufügt:  „Indessen  lässt  es  sieh  nicht  leugnen, ­
  dass  diese  Bedeutung  nicht  überall  vorhanden  ist;  es  gibt  Bei-D

  Das  entsprechende  auf  die  Zweizahl  bezügliche  uterque  hat  bereits  die  Bedeutung
„irgend  einer  von  beiden,  jeder  beliebige  von  beiden“  aufgegeben  und  heisst  nur
„beide,“  was  der  Bedeutung  von  quisque  „jeder“  entspricht.  Die  ursprüngliche
indefinite  Bedeutung  wird  durch  uter  (als  Pron.  indef.  =  Korepo?)  bezeichnet;
Cic.  \err.  3,  14,  33  si  uter  volet  cf.  Plat.  Lach.  189  D  rt  ouv  Xs*yst  Korspot:
v.
            
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