Untersuchungen aufd. Gebiete der Pronomina, besonders der lateinischen. 113
Die distributive Bedeutung von quisque ist besonders klar an
solchen Stellen, wie Plaut. Capt. 4, 2, 17 tum genu, ut quemque
icero (einen nacli dem andern), ad terram dabo oder Amph. 2, 1, 49
ordine omnia ut quicque (eines nach dem anderen) actum est, dissertavit.
Sehr gut vergleicht Haase (Anm. 362) damit den Gebrauch
von äst, 6 äst; einen ähnlichen Dienst wie du leistet im Deutschen
„immer“, im Böhm. — kolivek (kdo-koli-vek; vek = aevum).
Die Verbindung von quisque mit dem Superlativ (z. B. Cie.
Tusc. 1, 31 doctissimus quisque; Lael. 10, 34; Phil. 1, 12, 29; 14,
12, 32) muss wol unter Zugrundelegung der proportionalen Sätze
mit ut — ita erklärt werden. Es sind hier folgende Stadien zu
unterscheiden:
ft) Cic. Qu. fr. 1, 1, 4, §. 12 ut quisque est vir optimus, ita
difficillime esse alios improbos suspicatur. Die beiden Superlative
correspondieren mit einander; nach dem Grade der bonitas richtet
sich auch der Grad der difficultus suspicandi. Die Superlative
setzen voraus auch die Möglichkeit niedrigerer Grade; ist der Grad
im ersten Gliede niedriger, so ergibt sich auch für das zweite Glied
ein niedrigerer Grad. Es ist also das Verhältniss dasselbe wie bei
quo (quanto) quisque est melior, eo (tanto) difficilius suspicatur.
Mit den Superlativen vgl. z. B. Thuk. 2, 47 aüzoi pdXiazcx eSvvjexov,
oae> y.cd pdXtezcx upoxrisaav. 8, 84 pdXiGzcc xal IXebSzpoi rjaxv
vaürat, zoGobzep y.oä SpaoOzaza. npoansaovzu; rdv piaSov dufizGuy.
— Auch ist quam — tarn mit dem Superlativ möglich, Sali. Jug. 31,14
quam quisque pessume fecit, tarn maxume tutus est.
Abweichungen vom gewöhnlichen Sprachgehrauche:
a) Es steht im Hauptsatze der Comparativ. Cic. Lael. S, 19
sic enim mihi perspicere videor, ita natos esse nos, ut inter omnes
esset societas quaedam: maior autem, ut quisque proxime accederet').
1 ) Westermann und Rebdautz führen diese Stelle als Analogie für Dem. Ol. 2, 12 an:
. 0(70) yxp iroLp.6-ar’ aurw doxovp.sv -/^pYja^ca, vozovrw p.ScXXov <xkl<7zoögi
7ravr£5 aurw. Aber IrotjAorara und p.5Xkov stehen hier gar nicht in Wechselbeziehung;
zu sroifAorara ist zu ergänzen Travrwv (unter allen Menschen), zu
p.aWo') aber ergänze man „als es sonst der Fall wäre, nämlich wenn wir nicht
scheinen würden srotfiorara Travrcov X6*yw ,* otrw aber hat eine causale
Färbung (Krüger §. bl, 10 A. 5). Aus dieser Erklärung ergibt sich auch, dass
der Verdacht, den Westermann und Rebdautz gegen die Echtheit der Überlieferung
zu hegen scheinen, unbegründet ist.