Untersuchung en auf d. Gebiete der Pronomina, besonders der lateinischen. tll
laremque armaque Amyclaeumque canem Cressamque pharetram.
Aus der ursprünglichen Bedeutung von que-que „irgend einmal
— irgend einmal, einmal — einmal, einerseits — einerseits“
entwickelte sich, indem man den Begriff, der eigentlich in
dem Verhältniss beider Glieder zu einander liegt, auf que-que selbst
übertrug, die Bedeutung „einerseits — anderseits, sowol —
als Eyich“. Eine passende Analogie bietet quci-qua, das ohne Zweifel
als indefinites Wort aufzufassen ist; somit bedeutete diese Verbindung
eigentlich „einerseits — einerseits, einestheils —
einestheils “, gelangte aber auch zu der Bedeutung „sowol —
als auch“. Plaut. Mil. 4, 3, 20 qui consectare qua mares qua feminas.
4, 9, 15 quem omnes oderunt qua viri qua midieres. Trin.
4, 3, 37 mores autem rapere properant qua sacrum qua publicum.
Eben so böhm. jeduak —jednak = sowol— als auch. Interessante
Beispiele des corresponsiven partitiven Gebrauches der Indefinita
führt Miklosich (Synt. S. 87) aus den slavischen Sprachen an.
Nachdem nun durch den corresponsiven Gebrauch que — que
die Bedeutung „sowol — als auch“ erlangt hatte, gierig die
Sprache weiter. Das erste que wurde ausgelassen und das im zweiten
Gliede stehende in der hinzufügenden und verbindenden Bedeutung
„auch, und“ gebraucht. Es ist dies eine Bedeutung, die sich nicht
aus der indefiniten Grundbedeutung von innen heraus entwickelt hat,
sondern die man aus der vorgestellteu Beziehung der beiden Glieder
auf que selbst übertrug ■). Die passendste Analogie bietet ri dar;
aber es finden sich auch andere Analogien, die da zeigen, dass eine
Partikel in Folge eines vorauszusetzenden corresponsiven Gebrauches
Trägerin einer Bedeutung wurde, die sich nicht innerlich
aus der Grundbedeutung entwickelte. So verhält es sich z. B. mit
der Bedeutung „oder“ von ??. Die ursprüngliche Bedeutung war aller
Wahrscheinlichkeit nach „so“, woraus sich die relative „wie“ entwickelte,
die sich noch nachweisen lässt (Ztschr. f. d. öst. Gymn.
XV, 314). Die disjunctive Bedeutung „oder“ ging nun weder aus
der Bedeutung „so“, noch aus der Bedeutung „wie“ hervor, sondern
das mittlere Stadium, durch welches vj hindurch gierig, bevor es
1 ) Anders Pott, der (Et. Forsch. II, 865) noch den Zusammenhang von que mit skr.
V ci (sammeln) festhält. Corssen (Ausspr. I, 336) fasst que relativ auf und entwickelt
„und“ aus „wie“.