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K v i c a 1 a
z. B. hei dem span, jamas der Fall ist, das „die Bedeutung von nunca
vollständig in sich aufgenommen hat, indem es vor dem Verbum
stehend absolut verneint“ (Diez III, 390); das böhm. zddny hat
gegenwärtig die ursprüngliche positive Bedeutung ganz eingebüsst.
Ferner ist aber auch zu erwägen, dass die lateinische Sprache auch
hei keinem anderen Worte ein Beispiel der Entwicklung der negativen
Bedeutung aus der positiven darbietet >). Und so muss man
wohl die Stelle des Terentius erklären „aeque quicquam nunc quidem
atque antea“ d. i. eben in diesem Falle „nihil“ (Holtze, synt.
prisc. script. lat. p. 401). Neuerdings hat Umpfenbach nach quidem
das Fragezeichen gesetzt, worüber er (P. Ter. comoediae, Berl. 1870,
pag. LXXVI) sagt: „Interrogationis signo addito Andr. II, 6, 3 Aeque
quicquam nunc quidem? id certe assecuti sumus, ut iam quicquam
ferri queat.“ Aber dies ist wegen aeque nicht zulässig.
Man könnte nun vielleicht sagen, dass aus dem Vorkommen der
Construction nescio (haud scio) an quisquam, an ullus, an unquam
in negativem Sinne statt der regelmässigen nescio an nemo, an
nullus, an nunquam hervorzugehen scheine, dass diesen Wörtern
wegen ihres vorherrschenden Gebrauches in negativen Sätzen, um
mit Bitter zu reden, „negandi vis quasi adhaesit;“ z. B. Cic. Lael.
6, 20 qua (amicitia) quidem liaud scio an excepta sapientia quidquam
melius homini sit a dis immortalibus datum -). Aber diese
Erscheinung ist nicht daraus zu erklären, dass quisquam, ullus, unquam
geradezu jemals für die negativen Wörter hätte eintreten
können, sondern der Grund liegt in der schwankenden Bedeutung
von nescio (haud scio) an, das zwar gewöhnlich die Hinneigung zur
*) Naucus, floccus, hilum und dergl. Wörter traten niemals geradezu in die Sphäre
der Negation über, sondern bedeuteten immer eine Kleinigkeit, etwas Geringfügiges.
Ich sehe hier natürlich davon ab, dass die Negation selbst, als deren lautlicher
Ausdruck der Nasalconsonant auftritt, aus einem positiven Element hervorgegangen
ist. Der Pronominalstamm 11a, auf den die negativen Wörter zurückgehen,
bezeichnet „jenes, das entfernte“. Das Negieren ist das Entfernen, Trennen
einer Eigenschaft oder Handlung von dem Subjecte, sowie die positive Aussage
eine Verbindung ist. Dieser Gebrauch ist aber von allen Sprachen unseres Sprachstammes
aus der Ursprache herübergenommen worden.
a ) Gegenüber jenen, die dergleichen Stellen bei besseren Schriftstellern durch C011-jectur
auf die regelmässige Construction zurückführen zu sollen glauben, urtheilt
besonnen Klotz, Lex. s. v. a n.