Untersuchungen auf d. Gebiete der Pronomina, besonders der lateinischen. 9i>
In der Stelle bei Livius z. B. ist das erste aliis mit gegensätzlicher
Beziehung auf die späteren Ursachen und das zweite aliis wiederum
mit Beziehung auf die früheren Ursachen gesagt.
Die Richtigkeit dieser Erklärung wird durch viele Analogien bestätigt;
so z. B. durch den Gebrauch von simul — simul Caes.
B. G. 4, 13, 5 in castra venerunt, simul . . . sui purgandi causa . . .
simul ut, si quid possent, de indutiis fallendo impetrarent. Verg. Aen.
2, 220 tf. ille simul manibus tendit divellere nodos ..., clamores simul
horrendos ad sidera tollit. Das simul des ersten Gliedes ist an und
für sich unverständlich und gewinnt erst seinen Sinn und seine Berechtigung
dadurch, dass es auf das zweite simul hin weist, während
das zweite simul auf das erste z u r ü ck wei st. Eben so im Griechischen
ctpa psv — dpa os. Auf demselben Princip beruht Theokr.
8, 1 9 iaov xdrw, faov ävatSsv, die Phrase laa «vri toxov änoftovvai
wie par pari raferre, Gleiches mit Gleichem vergelten; oder Plat.
Prot. 319 I) instdäv §s u nspi zf t g nölsoig ototx'öasco? §sri ßovXsOoaoStai.
avpßov).sOst adrotg . . . 6poio>g psv textwv, opoiaig os
^aAxsOg xrA. Nicht anders ist die Wiederholung des xat zu beurtheilen
z. B. II. £ 476 f. ZsO äAAot zs Ssop dözs dv? xat zovos ysvsaS-cui
nalo’ spöv, ciig xat iycl> xsp, dpinpsnsa 'Upmsooiv. Xen. Anab. 2, 1, 22
dixdyysXls zocvuv xai nspi roörwv, Szi xat rjplv zaozd doxst, cinsp
xat ßacilsi. In beiden Gliedern bedeutet xat „auch“; xat r,piv sc.
oiOTssp ßaot/Ut; xat ßaaiXsl sc. &onsp r,pZv. Diese reciproke Beziehung,
nämlich das Vorwärtsweisen und Zurückweisen ist, obzwar
sich ähnliche Erscheinungen auch in anderen Sprachen finden, doch
eine besonders charakteristische Eigenheit der beiden classischen
Sprachen.
Die Einschränkung des Gebrauches des einfachen und ältesten
Pronomen indefinitum qui, quis ist ein lehrreicher Beweis für die oft
hervorgehobene Thatsache, dass auch in dem Sprachgebrauche da9
Alte dem Neuen weicht. Wie alles in der Welt, so nutzt sich auch das
Material der Sprache durch den Gebrauch ab ; es erleidet eine Abschwächung
und Abschleifung nicht bloss in formeller Hinsicht, sondern
auch in lexikalischer und syntaktischer Beziehung. Die ursprünglich
kräftigere Bedeutung schwächt sich ab und die Sprache muss
auf neue, kräftigere Mittel sinnen, um das zu bezeichnen, was die