P f i z in a i e
7«
U-meng führte den Jünglingsnamen Schi-yün und stammte aus
Yii-tschang. Er war von Gemüthsart echt elternliebend. In den
Sommernächten neben seinem Vater und seiner Mutter sich befindend,
getraute er sich nicht, die Mücken zu verjagen, indem er fürchtete,
dass sie von ihm wegfliegen und sich auf seine Eltern setzen
könnten. Als er dreissig Jahre alt war, betheilte ihn sein Stadtgenosse
Ting-I-sse mit dem Wege und überlieferte ihm die Kunst. Sein Bezirksgenosse
Yin-tung trug für ihn auf. Als er sich entfernt hatte,
befand sich der Wein noch in den Gelassen und war nicht weniger
geworden. Schü-tao-yün, ein Mann des Weges, war seit einem Jahre
an einem Wechselfieber erkrankt; Meng übergab ihm das Gedicht
der drei Erhabenen und hiess ihn es hersagen. Yün wurde augenblicklich
gesund. Als Meng einst nach Yü-tschang zurückkehrte,
umschrieb er mit weissen Flügelfedern den Strom und setzte über.
Im Osten des Districtes befand sich ein steinerner Zuber, der unter
den verschiedenen Herrscherhäusern niemals eröffnet worden war.
Meng öffnete ihn und fand eine Menge Schrifttafeln mit alten Schriftzeichen,
die nicht zu erkennen waren. Im Süden des Districtes war
ein steiler Felsen, der vereinzelt stand und sich zu einer Höhe von
tausend Klaftern erhob. Die Affen konnten ihn nicht erklettern. Meng
stützte sich auf eine Schrifttafel wie auf einen Stab und erstieg ihn.
Kan-king von Sin-tsai, der Befehlshaber des Districtes, liebte die
Jagd. Meng machte ihm mehrmals Vorstellungen und wurde nicht
gehört. Später veranstaltete King eine grosse Jagd. Er zog von
vier Seiten Feuer hinzu und liess die Flammen zu dem Himmel
emporlodern. Meng sass wie früher zwischen den Pflanzen. Die Vögel
und wilden Thiere drängten sich rechts und links an ihn, und das
Feuer konnte sie nicht erreichen. King war sehr erschrocken und
empfand Reue. Wang-tschün wollte hingehen und Meng aufgreifen.
Plötzlich hatte er ihn aus dem Gesichte verloren. Er wurde darüber
sehr zornig. In demselben Jahre wurde Tschün geschlagen. Meng
bestieg den Berg Liü und sah daselbst einen Greis, der unter einem
Baume sass und mit einer Schale aus Edelstein süssen Thau auffing.
Er übergab ihn Meng. Ferner waren daselbst Gemächer von Edelstein
und goldene innere Häuser. Er sah mehrere Menschen, die mit
ihm wie mit einem alten Bekannten.sprachen. Sie trugen den ganzen
Tag Edelsteinfett auf. Meng bestieg ein eisernes Schiff auf dem
Gipfel des Berges Liü.