Die Lösung der Leichname und Schwerter. 7 5
Die Darlegungen von dem Höchstweisen des Geschlechtes Lao
sagen:
Der göttliche Arzt Tsching-kung-yü, der unsterbliche Mensch
der mittleren Berghöhe verwandelte sich als Unsterblicher am sechsten
Tage des siebenten Monats des fünfzehnten Jahres Hung’s von dem
Geschlechte Yao ’). Die Leute seines Thores wollten ihn feierlich
begraben. Yü erhob sich plötzlich zweimal und sprach: Wenn die
Männer des Weges das Fortgesetzte zerreissen, weichen sie von den
Gewohnheiten ah. Wozu sollte man trauern, weinen und feierlich
begraben? Man begründet nur dasVerdienst desOrdnens des Gebetes.
Hierdurch entspricht man den Gesetzen des grossen Alterthums, des
echten Wahren. — Als er mit seiner Rede zu Ende war, verwandelte
er sich. Am folgenden Tage, zur Zeit des Mittags, klopfte Jemand
an das Felsenhaus. Die Menschen des Thores gingen hinaus, um
nachzusehen. Sie erblickten zwei Jünglinge, die unverzüglich bei
der Thüre eintraten. Yü erhob sich plötzlich und war verschwunden.
Sie begruben ihn an der Grenze des Districtes Kung, in der reinen
ungeschmückten Gasse.
Meng-tao-yang führte den Jünglingsnamen Hiao-yuen. Er führte
ursprünglich den Namen Yuen und stammte aus Ping-tschang. Wenn
er in seiner Jugend erfuhr, dass sich irgendwo eine Matte der Vorschrift
befand, ging er, ohne nach der Entfernung zu fragen, dahin,
betrachtete sie und hörte zu. Als er älter wurde, war seine Gemüthsart
tief und ruhig. Er lernte bloss seiner selbst willen und trachtete
nicht nach Erfahrung und Einsicht. Er verschloss die Thüre, öffnete
das Fenster, schlug das Buch auf und machte sich mit dem Alterthum
vertraut. Wenn er in dem inneren Hause las und hersagte,
kam aus seinem Munde kaum ein Laut hervor. Lieu-hoan und Taisien
bewerkstelligten gegenseitig ihre Ausbildung und erörterten die
ursprüngliche Ordnung. Ein jeder von ihnen brach in Rufe der
Bewunderung aus, demüthigte sich vor ihm und glaubte, dass er sie
bei Weitem übertroffen habe.
*) Yao-hung ward eigentlich im zwölften Jahre des Zeitraumes I-hi von Tsin (416
n. Chr.) zum Herrscher der späteren Thsin eingesetzt. Als im folgenden Jahre (417
n. Chr.) Lieu-yö, Heerführer von Tsin, in Tschang-ngan einzog, trat Yao-hung aus
und ergab sich an Tsin. Das Haus der späteren Thsin ging hierauf zu Grunde.