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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r,  Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

heit  willen  ringsumher  gepriesen.  Zu  den  Zeiten  des  Kaisers  Hoan
wurde  Kia  der  Zugesellte  des  Richters  und  eilte  nach  Lo.  Schi)  kehrte
heim.  Indem  sie  in  dem  Hause  ausruhte,  legte  sie  sich  am  Tage
nieder.  Sie  vergoss  Thränen  und  verhüllte  ihr  Angesicht.  Ihre
Schwägerin  wunderte  sich  und  befragte  sie.  Sie  sagte:  Ich  habe
eben  Kia  gesehen.  Er  erzählte  mir,  dass  er  zu  der  Furt  gegangen,  in
dem  Einkehrhause  des  Bezirkes  erkrankt  und  gestorben  sei.  Zwei  Gäste
seien  zurückgeblieben.  Der  eine  bewache  den  Leichnam,  der  andere  sei
im  Besitze  eines  Briefes  und  werde  zurückkehren.  Am  Mittag  werde
er  ankommen.  —  Das  ganze  Haus  gerieth  in  grossen  Schrecken.  Als
der  Brief  ankam,  verhielt  sich  alles  so,  wie  sie  geträumt  hatte.
Die  Geschichte  der  gesammelten  Merkwürdigkeiten  sagt:
Sung-kin  von  Yang-ping  verstand  sich  auf  die  Auslegung  der
Träume.  Ein  Mann  von  dem  Geschlechte  Siin  suchte  ein  Amt.  Er
schlief  ein  und  träumte,  dass  zwei  Paradiesvögel  sich  auf  seine  beiden
Fäuste  setzten.  Er  befragte  Kin.  Kin  sprach:  Der  Paradiesvogel
setzt  sich  nirgends  nieder,  als  auf  den  Baum  Ngu-thung.  Er  verzehrt
nichts,  als  die  Früchte  des  Bambusrohres.  Du  wirst  grosses  Unglück
erleben.  Es  ist  kein  Bambusstab,  es  ist  sofort  der  gespaltene  Stab  •).
—  Später  hatte  der  Mann  von  dem  Geschlechte  Siin  wirklich  die
Trauer  um  die  verstorbene  Mutter.
Als  Tschang-thien-si  sich  in  Liarig-tscheu 3 )  befand,  träumte  er,
dass  ein  grüngelber  Hund  von  sehr  langer  Gestalt  im  Südosten  der
Stadtmauern  hervorkam  und  ihn  beissen  wollte.  Der  Mann  von  dem
Geschlechte  Tschang  ging  ihm  auf  dem  Bette  aus  dem  Wege.  Als
er  im  Kreise  herumlief,  fiel  er  zu  Boden.  Später  entsandte  Fu-kien
einen  Mann,  Namens  Keu-tschang.  Derselbe  zog  hin  und  zertrümmerte
die  Macht  des  Mannes  von  dem  Geschlechte  Tschang.  Er  trug  einen
Mantel  von  grüngelbem  Erdbrocat  und  drang  durch  das  südöstliche
Thor.  Alles  geschah,  wie  Jener  geträumt  hatte)).
1)  Bei  der  Trauer  um  die  Verstorbenen  wurden  Stäbe  verwendet.
2 )  Im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Hing-ning  (363  n.  Chr.)  tödtefe  Tschang-thien-si
von  Liang  seinen  Gebieter  und  bewirkte  seine  eigene  Einsetzung.  Derselbe  ergab
sich  im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Tai-yuen  (376  n.  Chr.)  an  Thsin.
*)  Der  Abgesandte  Fu-kien’s  führte  den  mit  Keu  „Hund“  gleichlautenden  Geschlechfsnamc.n
  Keu  und  den  Namen  Tschang  „lang“.
            
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