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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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Die  neuen  Worte  der  Thang  sagen:
Wu-kung  suchte  die  Gesellschaft  der  weisen  Männer.  Nach
einiger  Zeit  starb  er  plötzlich  an  einer  hitzigen  Krankheit.  Früher
hatte  Kung  geträumt,  dass  er,  mit  Kleid  und  Mütze  angethan,  den
Berg  Pe-mang  bestieg  und  dass  seine  Freunde  ihn  begleiteten.  Als  er
zu  dem  Gipfel  des  Berges  gelangte,  kehrte  er  sich  um  und  sah  nicht
Einen  Menschen.  Es  war  ihm  dieses  in  der  Seele  sehr  zuwider.  Als
er  starb,  begleiteten  ihn  seine  Freunde  und  begruben  ihn  auf  dem
Berge  Pe-mang.  Es  geschah  alles,  wie  er  geträumt  hatte.
Der  Frühling  und  Herbst  des  Geschlechtes  Liü  sagt:
Zu  den  Zeiten  des  Fürsten  Tschuang  von  Tsi  lebte  ein  Kriegsmann ­
  Namens  Pin-pi-tsiü.  Er  träumte,  dass  ein  starker  Kriegsmann
ihm  folgte  und  ihn  anschrie.  Dieser  spie  ihm  dabei  in  das  Angesicht.
Voll  Bestürzung  erwachte  er  und  sass  die  Nacht  hindurch  in  Unlust.
Am  nächsten  Tage  entbot  er  seinen  Freund  zu  sich  und  sagte  ihm:  Ich
bin  sechzig  Jahre  alt  und  wurde  durch  Niemanden  zerschlagen  und
beschimpft.  Ich  werde  ihn  suchen.  Finde  ich  ihn,  so  ist  es  gut.
Finde  ich  ihn  nicht,  so  werde  ich  dabei  sterben.  —  Er  stand  jeden
Morgen  in  den  Durchwegen.  In  drei  Tagen  hatte  er  ihn  nicht  gefunden. ­
  Er  zog  sich  zurück  und  tödtete  sich  selbst.
Die  neuen  Erörterungen  von  Hoan-tan  sagen:
Han-seng,  der  Schüler  eines  vielseitigen  Gelehrten,  hatte  drei
Nächte  hindurch  böse  Träume.  Er  fragte  desshalb  die  Menschen.  Die
Menschen  riethen  ihm,  am  frühen  Morgen  aufzustehen  und  in  dem
Aborte  zu  den  Geistern  zu  rufen.  Nach  drei  Morgen  zeigten  es  die
Menschen  an,  indem  sie  dafür  hielten,  dass  er  fluche.  Man  nahm  ihn
fest  und  nmssregelte  ihn.  In  einigen  Tagen  starb  er.
Der  Frühling  und  Herbst  Yuen-yen's  sagt:
Im  zwölften  Monate  des  Jahres  an  dem  Abende  des  Tages  Yltscheu
  (2)  träumte  ich,  dass  ich  in  der  Mutterstadt  eintraf.  Als  ich  aus
dem  Ahnentempel  trat,  sah  ich  eine  grosse  Menge  Wagen  und  Reiter.
Man  zeigte  etwas  in  dem  Ahnentempel  und  sagte:  Der  grosse  Heerführer ­
  Tsao-schuang  wird  hingerichtet.  —  Als  ich  erwachte,  erzählte ­
  ich  es  Liang-sl.  St  sprach:  Willst  du,  dass  das  Geschlecht
Tsao  ein  Gegenstand  der  Träume  der  Menschen  sei?  An  dem  Hofe
hat  man  nicht  die  Gewaltthätigkeit  des  Geschlechtes  Kung-sün  i).  —
1)  Kung-siin-yuen  hatte  sich  im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  King-thsu  (237  n.  Chr.)
zum  Könige  von  Yen  aufgeworfen  und  wurde  im  nächstfolgenden  Jahre  enthauptet.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXIV.  Bd.  III.  Hft.  49

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