Aus dem Traumleben der Chinesen. 745
Er berief einen Zauberer, der sagte, es werde sieb so verhalten, wie
im Traume. Zuletzt starb er aus Kränkung.
Das Buch der Thang sagt:
Zu den Zeiten Tai-tsung’s unternahm Siü-king den Eroberungszug
nacliLiao. Unter seinen Gerichtsbeamten befand sich ein Wächter,
dessen Geschlechtsname und Name nicht ermittelt werden konnten.
Als King sich bei dem Kriegsheer befand, träumte ihm plötzlich, dass
er sich in ein Schaf verwandelte und durch den Wächter getödtet
wurde. Beim Erwachen fürchtete er sich und vergoss Schweiss. Als
es Tag wurde, erschien der Wächter bei der Gerichtsbank. King
fragte ihn: Hast du heute Nacht etwas geträumt? — Der Wächter
sprach: Ich habe geträumt, dass du ein Schaf warst und dass ich dich
schlachtete. — King ass seit dieser Zeit kein Schaffleisch, und es
war Fügung des Himmels. King brachte es hierauf bis zu einem Vorsteher
des Ackerbaues, zu einem kleinen Reichsminister und Vorsteher
der Pferde für Yung-tscheu. Der Wächter wurde um die Zeit
bereits als Gehilfe des Gefängnisses der grossen Ordnung verwendet.
Später wurde King fälschlich beschuldigt, dass er mit Pei-yen, dem
Gebietenden der inneren Vermerket', verkehre und sich zu gemeinschaftlichem
Auftreten mit dem Fürsten von Ying verschworen habe.
Siü-king betrieb die Angelegenheit in Yang-tscheu. Er wurde jedoch
ergriffen und zu der grossen Ordnung gebracht. Plötzlich erblickte
er den Gehilfen, der das Gefängniss beaufsichtigte. King vergoss
Thränen und sagte zu ihm: Der Traum des Eroberungszuges nach
Liao geht jetzt in Erfüllung. — Als er hingerichtet wurde, war es der
Gehilfe, der ihn zuletzt hinwegführte.
Tu-mö wusste seine Lebensjahre. Als er erkrankte, verfasste
er seine Grabschrift und die Opferschrift. Auch hatte er einst geträumt,
dass man zu ihm sagte: Verändere deinen Namen in Pt (Hasennetz).
— Nach einem Monate kam der Sclave aus dem Hause und
meldete ihm: Das Geröstete ist beinahe gar, aber der Napf ist zersprungen.
— Mö sprach: Diess alles ist von unglücklicher Vorbedeutung.
— Alsbald träumte er noch, dass er auf einen Streifen
Papier die Worte schrieb: Glänzend hell das weisse Füllen befindet
sich in jenem leeren Thale. — Er erwachte und sprach seufzend:
Diess ist das Schreiten über die Ritzen. Ich bin in dem Sternbilde
Kio (Horn) geboren. Das Mao (das Fahnenhaupt) und das Pt (das