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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.  745
Er  berief  einen  Zauberer,  der  sagte,  es  werde  sieb  so  verhalten,  wie
im  Traume.  Zuletzt  starb  er  aus  Kränkung.
Das  Buch  der  Thang  sagt:
Zu  den  Zeiten  Tai-tsung’s  unternahm  Siü-king  den  Eroberungszug ­
  nacliLiao.  Unter  seinen  Gerichtsbeamten  befand  sich  ein  Wächter,
dessen  Geschlechtsname  und  Name  nicht  ermittelt  werden  konnten.
Als  King  sich  bei  dem  Kriegsheer  befand,  träumte  ihm  plötzlich,  dass
er  sich  in  ein  Schaf  verwandelte  und  durch  den  Wächter  getödtet
wurde.  Beim  Erwachen  fürchtete  er  sich  und  vergoss  Schweiss.  Als
es  Tag  wurde,  erschien  der  Wächter  bei  der  Gerichtsbank.  King
fragte  ihn:  Hast  du  heute  Nacht  etwas  geträumt?  —  Der  Wächter
sprach:  Ich  habe  geträumt,  dass  du  ein  Schaf  warst  und  dass  ich  dich
schlachtete.  —  King  ass  seit  dieser  Zeit  kein  Schaffleisch,  und  es
war  Fügung  des  Himmels.  King  brachte  es  hierauf  bis  zu  einem  Vorsteher ­
  des  Ackerbaues,  zu  einem  kleinen  Reichsminister  und  Vorsteher ­
  der  Pferde  für  Yung-tscheu.  Der  Wächter  wurde  um  die  Zeit
bereits  als  Gehilfe  des  Gefängnisses  der  grossen  Ordnung  verwendet.
Später  wurde  King  fälschlich  beschuldigt,  dass  er  mit  Pei-yen,  dem
Gebietenden  der  inneren  Vermerket',  verkehre  und  sich  zu  gemeinschaftlichem ­
  Auftreten  mit  dem  Fürsten  von  Ying  verschworen  habe.
Siü-king  betrieb  die  Angelegenheit  in  Yang-tscheu.  Er  wurde  jedoch
ergriffen  und  zu  der  grossen  Ordnung  gebracht.  Plötzlich  erblickte
er  den  Gehilfen,  der  das  Gefängniss  beaufsichtigte.  King  vergoss
Thränen  und  sagte  zu  ihm:  Der  Traum  des  Eroberungszuges  nach
Liao  geht  jetzt  in  Erfüllung.  —  Als  er  hingerichtet  wurde,  war  es  der
Gehilfe,  der  ihn  zuletzt  hinwegführte.
Tu-mö  wusste  seine  Lebensjahre.  Als  er  erkrankte,  verfasste
er  seine  Grabschrift  und  die  Opferschrift.  Auch  hatte  er  einst  geträumt, ­
  dass  man  zu  ihm  sagte:  Verändere  deinen  Namen  in  Pt  (Hasennetz). ­
  —  Nach  einem  Monate  kam  der  Sclave  aus  dem  Hause  und
meldete  ihm:  Das  Geröstete  ist  beinahe  gar,  aber  der  Napf  ist  zersprungen. ­
  —  Mö  sprach:  Diess  alles  ist  von  unglücklicher  Vorbedeutung. ­
  —  Alsbald  träumte  er  noch,  dass  er  auf  einen  Streifen
Papier  die  Worte  schrieb:  Glänzend  hell  das  weisse  Füllen  befindet
sich  in  jenem  leeren  Thale.  —  Er  erwachte  und  sprach  seufzend:
Diess  ist  das  Schreiten  über  die  Ritzen.  Ich  bin  in  dem  Sternbilde
Kio  (Horn)  geboren.  Das  Mao  (das  Fahnenhaupt)  und  das  Pt  (das
            
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