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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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hielt  ihm  die  Verbrechen  vor,  peitschte  den  Leichnam  und  warf  ihn
in  den  Fluss  Tschang.  Plötzlich  legte  er  sich  krank  nieder  und  starb.
Das  von  Tschin-yo  verfasste  Buch  der  Sung  sagt:
Die  Unseligkeit  und  die  Grausamkeit  des  jungen  Kaisers  wurden
täglich  ärger  i).  Tschin-king-tschi  redete  noch  immer  frei,  machte
Vorstellungen  und  stritt.  Der  Kaiser  entsandte  Yeu-tschi,  den  Sohn
King-tschi’s,  hiess  ihn  eine  Arznei  herbeischaffen  und  beschenkte
King-tschi  mit  dem  Tode.  Dieser  war  um  die  Zeit  achtzig  Jahre  alt.
King-tsclii  hatte  geträumt,  dass  ein  Mensch  ihm  zwei  Weben  Atlas
gab  und  zu  ihm  sprach:  Dieser  Atlas  hat  das  hinreichende  Maass.■—-King-tsclii
  sagte  zu  den  Menschen:  Dieses  Jahr  werde  ich  nicht  entkommen. ­
  Zwei  Weben  sind  achtzig  Schuh.  Das  Maass  ist  voll,  es
bleibt  nichts  übrig.
Das  Buch  der  späteren  Wei  sagt:
Yuen-hi  träumte  um  die  Zeit,  die  dem  Ableben  des  Königs
Tsching  von  Jin-tsching  voranging,  dass  ein  Mensch  zu  ihm  sagte:
Jin-tsching  wird  sterben.  Zweihundert  Tage  nach  seinem  Tode  wirst
du  ebenfalls  nicht  entkommen.  Wenn  du  es  nicht  glaubst,  so  prüfe  es
und  blicke  auf  das  Haus  Jin-tsching's.  —Hi  blickte  im  Traume  nach
rückwärts  und  sah,  dass  die  Mauern  der  Wohngebäude  auf  allen
vier  Seiten  einstürzten,  so  dass  keine  einzige  Wand  übrig  blieb.  Hi
war  dieses  zuwider,  und  er  erzählte  es  nach  dem  Erwachen  den  ihm
nahestehenden  Menschen.  Als  Hi  starb,  zeigte  sich,  dass  der  Traum
in  Erfüllung  gegangen  war.
Thsui-liao  beredete  das  Verderben  Li-schün's.  Als  der  Grund
und  die  Anfänge  bereits  zu  Stande  gekommen  waren,  träumte  ihm  in
der  Nacht,  dass  er  einen  Feuerbrand  ergriff  und  das  Schlafgemach
Schün's  anzündete.  Das  Feuer  brach  aus  und  Scliiin  starb.  Hao  stand
mit  der  Schaar  seiner  Hausgenossen  und  blickte  hin.  Plötzlich  trat
der  jüngere  Bruder  Schiin’s,  mit  lauter  Stimme  wehklagend  hervor
und  rief:  Diese  Menschen  sind  meine  Mörder!  —  Er  stiess  gegen  sie
mit  einer  Hakenlanze  und  warf  sie  sämmtlich  in  den  Fluss.  Hao  erwachte, ­
  und  es  war  ihm  zuwider.  Er  erzählte  es  Fung-king-jin,  dem
1)  Kaiser  Wen  von  Sung  wurde  im  dreissigstcn  Jahre  des  Zeitraumes  Yuen-kia
(4.'i:i  n.  Chr.)  durch  den  zur  Nachfolge  bestimmten  Sohn  Schau  getödtet.  Dieser
bewerkstelligte  seine  eigene  Einsetzung,  ward  aber  noch  in  demselben  Jahre  durch
Siiin,  König  von  Wu-ling,  den  nachherigen  Kaiser  Hiao-wu,  bewältigt.
            
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