Aus dem Traumleben der Chinesen.
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hielt ihm die Verbrechen vor, peitschte den Leichnam und warf ihn
in den Fluss Tschang. Plötzlich legte er sich krank nieder und starb.
Das von Tschin-yo verfasste Buch der Sung sagt:
Die Unseligkeit und die Grausamkeit des jungen Kaisers wurden
täglich ärger i). Tschin-king-tschi redete noch immer frei, machte
Vorstellungen und stritt. Der Kaiser entsandte Yeu-tschi, den Sohn
King-tschi’s, hiess ihn eine Arznei herbeischaffen und beschenkte
King-tschi mit dem Tode. Dieser war um die Zeit achtzig Jahre alt.
King-tsclii hatte geträumt, dass ein Mensch ihm zwei Weben Atlas
gab und zu ihm sprach: Dieser Atlas hat das hinreichende Maass.■—-King-tsclii
sagte zu den Menschen: Dieses Jahr werde ich nicht entkommen.
Zwei Weben sind achtzig Schuh. Das Maass ist voll, es
bleibt nichts übrig.
Das Buch der späteren Wei sagt:
Yuen-hi träumte um die Zeit, die dem Ableben des Königs
Tsching von Jin-tsching voranging, dass ein Mensch zu ihm sagte:
Jin-tsching wird sterben. Zweihundert Tage nach seinem Tode wirst
du ebenfalls nicht entkommen. Wenn du es nicht glaubst, so prüfe es
und blicke auf das Haus Jin-tsching's. —Hi blickte im Traume nach
rückwärts und sah, dass die Mauern der Wohngebäude auf allen
vier Seiten einstürzten, so dass keine einzige Wand übrig blieb. Hi
war dieses zuwider, und er erzählte es nach dem Erwachen den ihm
nahestehenden Menschen. Als Hi starb, zeigte sich, dass der Traum
in Erfüllung gegangen war.
Thsui-liao beredete das Verderben Li-schün's. Als der Grund
und die Anfänge bereits zu Stande gekommen waren, träumte ihm in
der Nacht, dass er einen Feuerbrand ergriff und das Schlafgemach
Schün's anzündete. Das Feuer brach aus und Scliiin starb. Hao stand
mit der Schaar seiner Hausgenossen und blickte hin. Plötzlich trat
der jüngere Bruder Schiin’s, mit lauter Stimme wehklagend hervor
und rief: Diese Menschen sind meine Mörder! — Er stiess gegen sie
mit einer Hakenlanze und warf sie sämmtlich in den Fluss. Hao erwachte,
und es war ihm zuwider. Er erzählte es Fung-king-jin, dem
1) Kaiser Wen von Sung wurde im dreissigstcn Jahre des Zeitraumes Yuen-kia
(4.'i:i n. Chr.) durch den zur Nachfolge bestimmten Sohn Schau getödtet. Dieser
bewerkstelligte seine eigene Einsetzung, ward aber noch in demselben Jahre durch
Siiin, König von Wu-ling, den nachherigen Kaiser Hiao-wu, bewältigt.