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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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dem  und  Mänteln  von  schwarzem  Tuche  angethan,  sich  seihst  banden. ­
  Dieselben  wendeten  sich  zu  Tsung-yuen  und  schlugen  die
Häupter  an  den  Boden,  als  oh  sie  um  Erbarmen  bäten.  Am  folgenden
Tage  zerlegte  der  Koch  zwei  Schildkröten.  An  demselben  Abende
träumte  Tsung-yuen  wieder,  dass  acht  Menschen  ihn  wie  früher  um
Erbarmen  baten.  Tsung-yuen  besann  sich  jetzt.  Er  gab  Befehl,  die
Schildkröten  nicht  zu  tödten.  In  der  folgenden  Nacht  sah  er  nochmals ­
  im  Traume  die  gestrigen  acht  Menschen,  die  herbeikamen,  niederknieten ­
  und  sich  für  die  Gnade  bedankten.  Er  erschrak  jetzt  und
kam  zu  sich.  Am  folgenden  Morgen  ging  er  in  das  Gebirge  Liii  und
liess  sie  frei.  Seit  dieser  Zeit  ass  er  keine  Schildkröten  mehr.

Yin-tschung-kan,  der  stechende  Vermerker  von  King-tscheu,
lebte  zur  Zeit,  als  er  noch  leinene  Kleider  trug,  in  Tan-tu.  Er  sah
im  Traume  plötzlich  einen  Menschen,  der  sagte,  dass  er  ein  Mensch
von  Schang-yü  in  Kuei-ki  sei.  Er  sei  ein  Todter  und  schwimme  auf
dem  wirbelnden  Strome.  Am  nächsten  Tage  werde  er  ankommen.  Er
setzte  hinzu:  Du,  o  Gebieter,  besitzest  die  Menschlichkeit,  welche
den  lebendigen  Wesen  Hilfe  leistet.  Solltest  du  wohl  im  Stande  sein,
mich  wegzuschaffen?  Wenn  ich  an  einen  hohen  versengten  Ort  gelangen ­
  könnte,  so  würde  sich  die  Gnade  auf  meine  vermoderten
Knochen  erstrecken.  —  Am  folgenden  Tage  ging  er  mit  seinen  Leuten
an  das  Ufer  des  Stromes  und  blickte  hin.  Er  sah  wirkich  einen  Sarg,
der,  von  den  Finthen  getrieben,  herabschwamm  und  in  dem  Wirbel
bei  der  Stelle,  wo  der  Mann  von  demGeschlechte  Yin  sass,  anlangte.
Er  gab  seinen  Leuten  Befehl,  den  Sarg  herbeizuziehen.  Die  Inschrift
stimmte  mit  dem  überein,  was  er  geträumt.  Er  schaffte  ihn  sogleich
fort,  legte  ihn  auf  die  Uferhank  und  opferte  ihm  Wein  und  Speise.
An  demselben  Abende  träumte  ihm  wieder,  dass  dieser  Mensch  herbeikam ­
  und  sich  für  die  Gnade  bedankte.

Siii-tai  von  Kia-hing  verlor  in  seiner  Jugend  seine  Eltern.  Wei,
sein  Oheim  von  väterlicher  Seite,  zog  ihn  auf,  und  zwar  besser,  als
dieses  die  Eltern  gethan  hatten.  Wei  erkrankte,  und  er  pflegte  ihn
mit  grösster  Sorgfalt.  Um  die  dritte  Nachtwache  träumte  ihm,  dass
zwei  Menschen  ein  Schiff  bestiegen  und  einen  Koffer  erfassten.  Sie
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  bXIV.  Bd.  III.  Hft.  48
            
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