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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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und  liess  ihn  los.  Später  träumte  er  in  der  Nacht,  dass  ein  Mann,
dessen  Kleid  und  Kopfbedeckung  sehr  wunderbar  waren,  mit  einem  gekrümmten ­
  Halskragen  angethan,  sich  ihm  zuwandte  und  zweimal  sich
verbeugte.  Ngan-tsu  verwunderte  sich  und  fragte  ihn.  Dieser  Mensch
sagte:  Es  erfüllt  mein  Herz  mit  Rührung,  dass  ich  durch  dich  in  früheren ­
  Tagen  losgelassen  wurde.  Ich  komme  desshalb,  mich  für  die
Wohlthat  zu  bedanken.  —  Diejenigen,  die  es  hörten,  hielten  es  für
etwas  Ausserordentliches.
Das  Ruch  der  nördlichen  Tsi  sagt:
Tschang-liang  führte  den  Jünglingsnamen  Pe-te  und  stammte
aus  Si-tsching  in  Si-lio.  Er  wurde  zu  einem  Grossen  der  grossen
Mitte  ernannt.  Sie-tschö  träumte  immer,  dass  er  auf  einem  Berge
Seidenfäden  anhand.  Er  erzählte  es  Liang,  und  dieser  deutete  es
auch.  Er  sprach:  Seidenfäden  auf  einem  Berge  sind  das  Wort  Yeu  i).
Du  wirst  Yeu-tscheu  verwalten.  —  Nach  einigen  Monaten  trat  Jener
aus  und  wurde  stechender  Vermerker  von  Yeu-tscheu.

Sung-ying  war  stechender  Vermerker  von  Liang-tscheu.  Ying's
frühere  Gattin  von  dem  Gesehlechte  Teng  war  gestorben.  Zehn  Jahre
später  sah  er  sie  im  Traume.  Sie  wendete  sich  ihm  zu,  verbeugte  sich
und  sprach:  Ich  die  Braut  ward  jetzt  Kao-tsung  als  Gattin  zugetheilt.
  Desswegen  komme  ich  und  verbeuge  mich,  indem  ich  Abschied
nehme.  —  Ying  besuchte  Tsung  und  erzählte  ihm  dieses.  Tsung
starb  nach  einigen  Tagen.
Das  Buch  der  Liang  sagt:
Ke-sse-tschen  träumte  zur  Zeit  seiner  Jugend,  dass  er  einen
Haufen  Hirschhäute  fand  und  sie  zählte.  Es  waren  eilf  Stücke.  Als  er
erwachte,  freute  er  sich  und  sprach:  Der  Hirsch  ist  der  Gehalt 2 ).
Ich  werde  einen  einfachen  Gehalt  beziehen.  —  Später  erhielt  er  Aufträge ­
  und  rückte  vor.  Was  er  beaufsichtigte,  war  neunlach.  Als  man
ihm  zwei  Provinzen  wegnahm,  war  ihm  diess  im  Herzen  zuwider.  Er

1)  I»  dem  Namen  des  Landstrichs  [||||  Yeu  wird  hier  das  Wort  |J_|  schan  „Berg;“

und  die  Hälfte  des  Wortes  sse  „Seidenfäden“  in  Betracht  gezogen.
2 )  Die  Wörter  ß  Lö  „Hirsch“  und  Lö  „Gehalt“  liahen  gleichen  Laut.
            
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