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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

und  der  Mond  zertrümmert.  Sie  verdeckte  wieder  die  Sterne,  der
Himmel  und  die  Erde  waren  gänzlich  finster.  Plötzlich  vergingen  die
Wolken,  derNehel  zertheilte  sich  und  die  Sonne  kam  zum  Vorschein.
Kaiser  Tsehuang  zog  durch  das  Thor  Tschang-kö  ein  und  stieg  zu
der  Vorhalle  der  grossen  Gipfelung.  Diejenigen,  die  „zehntausend
Jahre!“  riefen,  waren  dreihundert  Obrigkeiten,  und  alle  waren  mit
Hofkleidern  angethan.  Als  er  erwachte,  liess  er  den  Traum  deuten.
Man  sagte:  Die  schwarze  Wolke,  unter  den  Lufterscheinungen  die
böseste,  ist  die  Farbe  der  nördlichen  Gegenden.  Es  wird  gewiss  geschehen, ­
  dass  der  nördliche  Feind  Unordnung  über  die  Muttersladt
bringt.  Die  Sonne  ist  das  Bild  des  Gebieters.  Der  Mond  ist  das.  Bild
des  Herrschers.  Die  Sterne  sind  das  Bild  der  Obrigkeiten.  Bespricht
man  es  diesem  gemäss,  so  werden  die  Mutterstadt  und  die  Städte
Unglück  haben.  —  Später  ging  der  Träum  in  Erfüllung.

Lu-yuen-ming  war  Buchführer  der  Mitte  und  aufwartender  Leibwächter. ­
  Sein  Freund  Wang-yeu  hatte  seinen  Aufenthalt  in  Yingtschuen
  genommen.  Plötzlich  sah  er  im  Traume  Yeu,  der  Wein  trug
und  auf  ihn  zukam.  Derselbe  sagte,  dass  er  sich  trennen  müsse  und
beschenkte  ihn  hei  dieser  Gelegenheit  mit  einem  Gedichte.  Beim  Erwachen ­
  hatte  sich  Yuen-ming  zehn  Wörter  gemerkt.  Diese  lauteten:
Wenn  ich  einmal  von  hier  weggezogen,  wandle  ich  nicht  mehr  an
dem  Hofe  und  auf  dem  Markte.  —  Yuen-ming  seufzte  und  sprach:
Es  hat  gewiss  eine  andere  Ursache.  —  Nach  drei  Tagen  hörte  er
wirklich,  dass  Yeu  durch  die  Streitmacht  der  Aufrührer  getiidtet
worden.  Er  forschte  nach  dem  Tage,  wo  dieses  geschah.  Es  war  die
Nacht,  in  der  er  geträumt  hatte.

Pei-ngan-tsu  lebte  abgeschlossen  und  bestärkte  sich  in  seinen
Vorsätzen.  Er  verliess  nicht  die  Feste  und  die  Stadt.  Er  war  einst
bei  heissem  Wetter  ausgegangen  und  stellte  sich  unter  einen  Baum.
Daselbst  verfolgte  ein  ßaubvogel  einen  Fasan.  Der  Fasan  warf  sich
in  Hast  auf  Ngan-tsu,  stiess  hierauf  an  den  Baum  und  war  todt.
Ngan-tsu  bedauerte  ihn.  Er  nahm  ihn  und  legte  ihn  an  eine  schattige
Stelle,  wo  er  ihn  gemächlich  hütete  und  nach  ihm  blickte.  Nach
längerer  Zeit  wurde  der  Fasan  wieder  lebendig.  Ngan-tsu  war  erfreut
            
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