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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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Die  Geschichtschreiber  des  Südens  sagen:
Siii-ling  führte  den  Jünglingsnamen  Hiao-mö.  Seine  Mutter  war
von  dem  Geschlechte  Tsang.  Dieselbe  träumte  einst,  dass  fünffärbige
Wolken  sich  in  Paradiesvögel  verwandelten.  Diese  setzten  sich  auf
ihre  linke  Schulter.  Sie  gebar  hierauf  Ling.  Als  Ling  einige  Jahre
alt  war,  hoben  ihn  die  Hausgenossen  empor  und  befragten  die  kostbaren ­
  Erwägungen  der  Schamanen  und  Buddhisten.  Die  kostbaren
Erwägungen  sagten:  Dieser  ist  das  steinerne  Einhorn  auf  der  Höhe
des  Himmels.
Das  Buch  der  Thang  sagt:
Li-kiao  stammte  aus  Tsan-hoang  in  Tschao-tscheu  und  war  ein
Grossneffe  des  zu  den  Zeiten  der  Sui  lebenden  inneren  Vermerkers
und  aufwartenden  Leibwächters  Yuen-tsao.  Das  Geschlecht  brachte
unter  verschiedenen  Herrscherhäusern  seinen  Namen  zu  Berühmtheit.
Sein  Vater  Tschin-ngö  war  Befehlshaber  der  Feste  von  Siang.  Kiao
war  frühzeitig  eine  Waise.  Er  diente  seiner  Mutter  und  ward  durch
Elternliebe  bekannt.  Als  er  noch  ein  Kind  und  ein  Knabe  war,
träumte  ihm,  dass  ein  göttlicher  Mensch  ihm  ein  Paar  Pinsel  hinterliess.
  Seit  dieser  Zeit  betrieb  er  allmälig  das  Geschäft  des  Lernens.
Er  ward  im  zarten  Alter  mit  der  Mütze  bekleidet  und  zu  einem  vorschreitenden ­
  ausgezeichneten  Männe  erhoben.

Yün-tschi-tschang  stammte  aus  Yi-tsching  in  Kiang-tscheu.
In  seiner  Jugend  verlegte  er  sich  eifrig  auf  das  Lernen.  Er  träumte
einst,  dass  ein  göttlicher  Mensch  mit  einem  grossen  Meissei  ihmdasHerz
öffnete  und  Arznei  hineingoss.  Von  diesem  Tage  angefangen  war  er
mehr  erschlossen,  völlig  erleuchtet,  und  verstand  den  Sinn  der  richtschnurmässigen
  Bücher.  Es  währte  nicht  lange,  so  waren  seine
Lehrer  und  Freunde  mit  dem  Angesicht  nach  Norden  gekehrt  und
empfingen  von  ihm  die  Beschäftigung.

Tschang-tsien  führte  den  Jünglingsnamen  Hiao-khiü  und  stammte
aus  Lö-scln  in  Schin-tscheu.  Sein  Grossvater  Tsö  führte  den  Jünglingsnamen ­
  Wen-tsching.  Derselbe  war  scharfsinnig,  aufgeweckt  und
übertraf  seine  Genossen.  Es  war  kein  Buch,  das  er  nicht  überblickt
hatte.  Zur  Zeit,  als  er  ein  Kind  und  Knabe  war,  träumte  er,  dass  ein
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