Aus dem Traumleben der Chinesen.
715
schenke dir diesenSolin. Ich lasse ihn lange leben und auch vornehm
werden. — Als sie ihn geboren halte, war er von Gestalt demjenigen
ähnlich, von dem sie geträumt hatte. Man gab ihm daher den Jünglingsnamen
Yung-kuei (immerwährend vornehm).
Hieu-tschi von Tsi-yang wollte in seinen jungen Jahren in
Dienste treten. Er träumte, dass im Südosten der Feste von Nie sich
ein grosser Hügel befand. Auf der Höhe desselben befand sich eine
kupferne Säule, deren Fussblatt blühende Wasserlilien waren. Er
stieg von der südwestlichen Seite hinan und erfasste die Säule. Die
Säule drehte sich nach rechts. Er beschwor sie im Traume, indem
er sagte: Nach drei Umdrehungen mögest du innehalten. — Die
Säule that, wie er sagte. Nachdem er zu Ehren gelangt und vornehm
. geworden war, befand sich das Haus, welches er bewohnte, zuletzt
an dieser Stelle.
Tsu-ting wusste, dass Tai-schang von Tsi sich mit grossen Gedanken
trage. Er verband sich mit ihm auf das Innigste. Er hob einst
an und sprach: Ich habe dieletzteNacht geträumt, dass du, o grosser
König, mit Drachen fuhrst und zu dem Himmel emporstiegst. Es ist
mein Wunsch, dass ich dich innig liebe.—Tai-schang empfand grosse
Freude. Als er seine Rangstufe eingenommen hatte, zog er Jenen
hervor und ernannte ihn zum mittleren Buchführer und aufwartenden
Leibwächter.
Hiao-yuen von Liang führte den Jünglingsnamen Schi-sching.
Er war der siebente Sohn des Kaisers Wu von Liang. Sein kleiner
Jünglingsname war TsI-fu (die siebente Beglaubigungsmarke). Kaiser
Wu von Liang hatte geträumt, das ein kleinäugiger Bonze ein Räucherfass
ergriff und vorgab, dass er sein Lehen dem Palaste des
Königs weihe. Nach dieser Zeit erhob ein geschmücktes Mädchen
von dem Geschlechte Schi als Aufwärterin zum ersten Male den Vorhang
der Thüre. Ein Zugwind drehte ihr den Rock um. Kaiser Wu
von Liang war imGemüthe erregt und beglückte sie. Das geschmückte
Mädchen träumte, dass der Mond in ihren Busen herabfiel. Sie war
hierauf schwanger. An dem Abende, an welchem Hiao-yuen geboren
Sit/.b. d. p’iil.-hist. CI. LXIV. Bd. III. Hft. 47