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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Aus  dem  Traumleben  der  Chinesen.

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schenke  dir  diesenSolin.  Ich  lasse  ihn  lange  leben  und  auch  vornehm
werden.  —  Als  sie  ihn  geboren  halte,  war  er  von  Gestalt  demjenigen
ähnlich,  von  dem  sie  geträumt  hatte.  Man  gab  ihm  daher  den  Jünglingsnamen ­
  Yung-kuei  (immerwährend  vornehm).

Hieu-tschi  von  Tsi-yang  wollte  in  seinen  jungen  Jahren  in
Dienste  treten.  Er  träumte,  dass  im  Südosten  der  Feste  von  Nie  sich
ein  grosser  Hügel  befand.  Auf  der  Höhe  desselben  befand  sich  eine
kupferne  Säule,  deren  Fussblatt  blühende  Wasserlilien  waren.  Er
stieg  von  der  südwestlichen  Seite  hinan  und  erfasste  die  Säule.  Die
Säule  drehte  sich  nach  rechts.  Er  beschwor  sie  im  Traume,  indem
er  sagte:  Nach  drei  Umdrehungen  mögest  du  innehalten.  —  Die
Säule  that,  wie  er  sagte.  Nachdem  er  zu  Ehren  gelangt  und  vornehm
.  geworden  war,  befand  sich  das  Haus,  welches  er  bewohnte,  zuletzt
an  dieser  Stelle.

Tsu-ting  wusste,  dass  Tai-schang  von  Tsi  sich  mit  grossen  Gedanken ­
  trage.  Er  verband  sich  mit  ihm  auf  das  Innigste.  Er  hob  einst
an  und  sprach:  Ich  habe  dieletzteNacht  geträumt,  dass  du,  o  grosser
König,  mit  Drachen  fuhrst  und  zu  dem  Himmel  emporstiegst.  Es  ist
mein  Wunsch,  dass  ich  dich  innig  liebe.—Tai-schang  empfand  grosse
Freude.  Als  er  seine  Rangstufe  eingenommen  hatte,  zog  er  Jenen
hervor  und  ernannte  ihn  zum  mittleren  Buchführer  und  aufwartenden
Leibwächter.

Hiao-yuen  von  Liang  führte  den  Jünglingsnamen  Schi-sching.
Er  war  der  siebente  Sohn  des  Kaisers  Wu  von  Liang.  Sein  kleiner
Jünglingsname  war  TsI-fu  (die  siebente  Beglaubigungsmarke).  Kaiser
Wu  von  Liang  hatte  geträumt,  das  ein  kleinäugiger  Bonze  ein  Räucherfass ­
  ergriff  und  vorgab,  dass  er  sein  Lehen  dem  Palaste  des
Königs  weihe.  Nach  dieser  Zeit  erhob  ein  geschmücktes  Mädchen
von  dem  Geschlechte  Schi  als  Aufwärterin  zum  ersten  Male  den  Vorhang ­
  der  Thüre.  Ein  Zugwind  drehte  ihr  den  Rock  um.  Kaiser  Wu
von  Liang  war  imGemüthe  erregt  und  beglückte  sie.  Das  geschmückte
Mädchen  träumte,  dass  der  Mond  in  ihren  Busen  herabfiel.  Sie  war
hierauf  schwanger.  An  dem  Abende,  an  welchem  Hiao-yuen  geboren
Sit/.b.  d.  p’iil.-hist.  CI.  LXIV.  Bd.  III.  Hft.  47
            
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