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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  /.  m  n  i  e  r

erschöpft.  In  der  Nacht  war  er  betäubt,  ermattet  und  schlief  fest.  In
der  Nacht  träumte  ihm,  dass  er  der  Gebieter  eines  Reiches  sei.  Er
lustwandelte,  hatte  Festlichkeiten,  Obrigkeiten,  Aussichten,  alles,
was  er  sich  wünschen  konnte.  Seine  Freude  hatte  nicht  ihres  Gleichen.
Wenn  er  erwachte,  war  er  wieder  ein  Handlanger.  Jemand  äusserte
sich  anerkennend  über  seinen  Fleiss.  Der  Handlanger  sprach:  Wenn
der  Mensch  hundert.Iahre  lebt,  hat  er  die  Theilung  von  Tag  und  Nacht.
Ich  hin  am  Tage  ein  Handlanger.  Wenn  ich  mich  abmühe,  so  mühe
ich  mich  ah.  In  der  Nacht  hin  ich  ein  Gebieter  der  Menschen.  Die
Freude,  die  ich  empfinde,  hat  nicht  ihres  Gleichen.  Warum  sollte  ich
mich  betrüben?  —  Der  Mann  von  dem  Geschlechte  Yün  hatte  schwere
Sorge  wegen  der  Geschäfte  des  Hauses.  Sein  Geist  und  seine  Gestalt ­
  waren  verkümmert.  Er  war  betäubt,  ermattet  und  schlief  ein.
Jede  Nacht  träumte  ihm,  dass  er  ein  Knecht  unter  den  Menschen  sei.
Schnell  laufen,  Dienste  verrichten,  nichts  war,  das  er  nicht  tliat.
Häufig  gescholten  werden,  mit  dem  Stocke  geschlagen  werden,
nichts  war,  das  ihm  nicht  widerfuhr.  Der  Mann  von  dem  Geschlechte ­
  Yün  war  darüber  sehr  gekränkt,  und  er  fragte  seinen
Freund.  Der  Freund  sprach:  Wenn  du  in  der  Nacht  träumst,  dass
du  ein  Knecht  hist,  so  ist  dieses  die  Wiederholung  der  Mühsal  und
der  Müsse,  die  Gewöhnlichkeit  der  Zahlen.  Wolltest  du  im  Wachen
und  im  Träumen  beides  zusammenfassen,  wie  könntest  du  es
erreichen?

Der  gelbe  Kaiser  träumte  in  seinem  fünfzehnten  Jahre  am'
Tage,  dass  er  zu  dem  Reiche  des  Geschlechtes  Hoa-siü  lustwandelte.
Dieses  Reich  liegt  im  Westen  von  Yen-tseheu,  im  Norden  von  Taitscheu.
  Man  weiss  nicht,  wie  viele  tausendmal  zehntausend  Weglängen ­
  es  von  dem  Reiche  Tsi  entfernt  ist.  Es  wird  zu  Schiffe  und
zu  Wagen,  durch  die  Kraft  der  Füsse  nicht  erreicht,  ln  demselben
gibt  es  keine  Lehrmeister  und  Älteste.  Es  gibt  keine  Gelüste  und
Wünsche.  Man  kennt  nicht  die  Freude  an  dem  Lehen,  man  kennt
nicht  den  Widerwillen  gegen  den  Tod.  Es  gibt  kein  frühzeitige?
Sterben.  Man  kennt  nicht  die  Befreundung  mit  dem  eigenen  Selbst,
man  kennt  nicht  das  Fernstehen  von  den  Dingen.  Der  Kaiser  erwachte, ­
  besann  sich  und  berief  seine  Stützen.  Er  sagte  zu  ihnen:
Ich  dachte  daran,  dass  ich  den  Weg  der  Pflege  des  eigenen  Seihst,
            
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