Zur altern tirolisehen Literatur. I.
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wo man die kaiserlichen halt,
220 und ain guete gewonhait alt,
die ist zu lialden für ain recht,
wer sich des fliss, do wurd vil siecht,
das sust gar langksam krump heleibt.
nach dünken recht, wo man das treibt,
225 wo kaiserliche recht nicht gan,
da wil man nindert hören von,
das man dem keiser icht engunn,
und ist doch aller recht ain brunn,
darauss si fliessen ganz gerecht
230 in alle land natürlich siecht.
und mag kain landsreeht sein erdacht,
an kaiserliche recht verbracht,
es muess ain zuesatz davon haben
vil von den kaiserlichen gaben,
235 als alle wasser habent grund
fluss auss des grossen meres slund,
man well dann felsehen gots gesetz
und das gerechte machen letz.
Was von dem reich zu leben ist,
240 das mag sich zwar zu kainer frist
auss seinem recht enziehen nicht
mit kainem loyca geticht.
vil g'ucter gwonhait ist vergundt
aim ieden lande nach dem grund
245 zu lialden nach des landes schein,
teglich zu bessern ane pein.
ain gwonhait bös, wie alt die ist,
die ist zu meiden kurzer frist
und gütlich reformieren pald,
250 das si haiss guet gewonhait alt.
wo man des selben nicht entuet,
so gilt si nicht ain helbling guet.
gwonheit neu niemand setzen mag,
bschicht es darüber ane frag,
255 und an gewalt des keisers gunst,
peenvellig ist die selbig kunst.