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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  altern  tirolisehen  Literatur.  I.

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wo  man  die  kaiserlichen  halt,
220  und  ain  guete  gewonhait  alt,
die  ist  zu  lialden  für  ain  recht,
wer  sich  des  fliss,  do  wurd  vil  siecht,
das  sust  gar  langksam  krump  heleibt.
nach  dünken  recht,  wo  man  das  treibt,
225  wo  kaiserliche  recht  nicht  gan,
da  wil  man  nindert  hören  von,
das  man  dem  keiser  icht  engunn,
und  ist  doch  aller  recht  ain  brunn,
darauss  si  fliessen  ganz  gerecht
230  in  alle  land  natürlich  siecht.
und  mag  kain  landsreeht  sein  erdacht,
an  kaiserliche  recht  verbracht,
es  muess  ain  zuesatz  davon  haben
vil  von  den  kaiserlichen  gaben,
235  als  alle  wasser  habent  grund
fluss  auss  des  grossen  meres  slund,
man  well  dann  felsehen  gots  gesetz
und  das  gerechte  machen  letz.
Was  von  dem  reich  zu  leben  ist,
240  das  mag  sich  zwar  zu  kainer  frist
auss  seinem  recht  enziehen  nicht
mit  kainem  loyca  geticht.
vil  g'ucter  gwonhait  ist  vergundt
aim  ieden  lande  nach  dem  grund
245  zu  lialden  nach  des  landes  schein,
teglich  zu  bessern  ane  pein.
ain  gwonhait  bös,  wie  alt  die  ist,
die  ist  zu  meiden  kurzer  frist
und  gütlich  reformieren  pald,
250  das  si  haiss  guet  gewonhait  alt.
wo  man  des  selben  nicht  entuet,
so  gilt  si  nicht  ain  helbling  guet.
gwonheit  neu  niemand  setzen  mag,
bschicht  es  darüber  ane  frag,
255  und  an  gewalt  des  keisers  gunst,
peenvellig  ist  die  selbig  kunst.
            
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