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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  altern  tirolischen  Literatur.  I.

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XXVI.  (S.  94.)
Mich  fragt  ain  ritter  angevar,
der  sich  der  weide  inanig  iar
zu  gueter  mass  ervaren  lieft
durch  manig  kungkreich,  lant  lind  stet
5  in  fürsten  liüfen  hin  und  her,
ain  tail  der  haidenschaft  entwer,
als  dann  aim  ritter  zu  gebiert,
in  ainem  so  was  er  veriert,
das  ich  in  des  beschaiden  solt,
10  dorumb  und  er  mich  fragen  wolt:
„beschaid  mich,  lieber  hruder  mein,
von  welchen  Sachen  mag  das  sein,
das  gütliche  gerechtikait
geordnet  ist  an  unterschait
IS  in  aller  christenhait  gemain
aim  ieden  menschen  lauter  rain
zue  statten  komen  durch  gericht,
und  doch  gar  selten  das  beschicht,
besunderlichen  der  gestalt,
20  da  man  die  leges  nicht  enthalt
nach  den  gesetzten  kaiserleich,
da  wird  betrogen  arm  und  reich.“
Ich  sprach:  „als  ferr  ich  mich  verstan,
da  sein  vil  höpter  schuldig  an.
25  wer  da  regiert  nach  seinem  houbt,
wie  clueg  er  ist,  er  wirt  betoubt,
besetzt  er  nicht  ain  weisen  rat,
da  bei  frau  Ere  wol  bestat,
und  volgt  dem  nach  durch  gütlich  forcht.
30  in  welchem  land  man  das  verhorclit,
so  hat  gewalt  das  recht  verhagt,
als  wenn  der  apt  die  würfel  tragt,

32  abpt  X.
            
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