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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Zur  altern  tirolischen  Literatur.  I.  663
das  icli  ir  nimmer  ger.
liet  icli  die  lieb  gesiidert
bei  ainer  haissen  gluet,
des  wer  icli  bas  gefödert
an  leib,  sei,  er  und  guet.  <),
das  andere  Mal  in  edlerer  Art  mit  der  Bitte,  Gott  möchte  ihr  Alles
vergeben,  was  sie  ihm  Liebes  und  Leides  gethan  hat.
Zwar  alte  sünd  pringt  neues  laid,
des  wird  ich  teglich  innen,
umb  das  ich  leid  vil  gross  arbeit,
dem  kan  ich  nicht  entrinnen.
Wie  wol  der  leib
von  ainem  weil)
mit  todes  schreib
ist  in  der  erd  versoffen,
so  hat  ir  letz
mit  scharpfer  wetz
und  sneller  hetz
mein  hail  auff  erd  erloffen.
Ich  waten,  noch  geswimmen  kan
und  get  mein  pflueg  uneben,
was  si  mir  lieb,  laid  hat  getan,
das  well  ir  got  vergeben.  S.  234.
Herman  Schmid  hat  in  seinem  Romane  „Friedei  und  Oswald“
die  zwei  Frauengestalten  Gretli  und  Sabina  mit  vielem  Glücke  aus
der  Vergangenheit  heraufbeschworen  und  ihrGedächtniss  in  weiteren
Kreisen  erweckt.  Beide  verdienten  es,  denn  beide  griffen  tief  und
nachhaltig  in  das  Leben,  wie  in  die  Poesie  unsers  Sängers  ein.
Traurige  Erfahrungen  muss  unser  Dichter  an  älteren  Frauen
gemacht  haben,  darauf  verweisen  die  Stellen:
Wer  alden  weiben  wol  getraut,
der  nimpt  den  teufel  zu  der  ee.
secht,  also  ist  geschehen  mir 2 )
und  noch  vil  mangem  iner.
J )  S.  30.
3 )  Wäre  dies  wörtlieh  zu  verstehen  und  auf  Anna  von  Ems  zu  beziehen?  Die  verliergehende
  Strophe  könnte  darauf  deuten.

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