Zur altern tirolisehen Literatur. I.
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erst lief ich freiule funden
und weit min hert kain andern mier *)• S. 199.
Das erstere dieser Gedichte ist an Margaretha von Sehwangau
gerichtet, vermuthlich auch das zweite. Margaretha war ja dastreue,
gemiithreiche, edle Weih, das dem fahrtenmüden, sorgenvollen Dichter
„sein herz erlöste“ 2) und ihm das Glück wahrer Liebe erschloss. Ob
er im Jahre 1409 diese Dame in Schwangau schon kennen lernte
und sich mit ihr verlobte, wie ß. Weber wissen will 3), lassen wir
dahingestellt, da uns alle Belege für diese Annahme fehlen. Gewiss
ist, dass er sie schon kannte, als er in Constanz während des Concils
mit ihr zusammentraf 4 ). Beiläufig 1414—1416 führte Oswald die
1 ) Auch sonst begegnen niederdeutsche Formen oder Aukliinge davon: grot S. 193.
beschütten (beschützen) S. 69. sütten hechtigin S. 66. höggen S. 190.
3 ) Mein hertz iungt sich in hoher gail
und ist getrost,
erlöst
von lieber hand,
die inir zu fleiss, frei tadels mail,
zärtlich erschoss,
entsloss
all meine band
so gar an streflich sehand S. 161.
s ) Oswald und Friedrich S. 171 ff. Dass sie ihm vor ihrer Erscheinung in Constanz
verlobt war, scheint das schöne Lied „Senlich mit langer zeit und weil vertreib“
S. 199 zu bestätigen.
0 wunnikliches paradis,
wie gar zu C o s t n i tz v i n d ich dich!
für alles, das ich hör, sich, lis,
mit guetem herzen fröust du mich.
Inwendig, auss und überal,
zu Münsterling und anderswa
regniert dein adelicher schal:
wer möcht da immer werden graw!
Vil ougenwaid
in mangem klaid
siecht, zierlich, raid
sicht man zu Costnitz brangen
von miindlin rot
an alle not,
der mir nins drot
mit röselochten wangen etc. S. 201.