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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Ziug-erle

nannten.  Auch  von  Augsburg  (S.  55  u.  215)  und  Ulm  weiss  er  uns
zu  erzählen  (S.  55);  in  letzterer  Stadt  begegnete  ihm  Folgendes:
Zu  Ulmen  vand  ich  ainen  tanz,  köstlich  verschränkt
von  freulin  klueg,
die  künden  höflich  schallen.
Ain  edelman
der  weist  heran
sein  elich  kon  ')
für  mich  zu  sten:
„nu  haiss  mir  den
wilkomen  schon!“
si  sprach  zue  im:
„ich  wol  vernimb
dein  krumben  don;
was  möcht  mir,  ach!
der  beghart  wol  gevallen?“  —
Ser  ich  engalt,
das  mein  gestalt
fuert  halbs  gesicht  3 ).
Unter  seinen  hier  berührten  Gedichten  sind  von  besonderem
Interesse  die  über  seinen  Aufenthalt  zu  Constanz  während  des  Concils
  (S.  37  ff.)  und  sein  Weilen  in  Perpignan  (S.  40).  Die  Reisen,
deren  erste  er  schon  als  zehnjähriger  Knabe  begann,  gaben  Oswald

1)  Kun  WX.  Kan  J.
3 )  Vrgl.  „seid  mir  ein  oug  sein  wandel  zaigt“  S.  150.
„do  sich  zu  fleiss  mein  oug“  S.  160.
Oswald  verlor  schon  als  Knabe  durch  einen  Schuss  hei  einer  Fassnachtfeierlichkeit ­
  sein  rechtes  Auge,  weshalb  er  in  Familienaufzeichnungen:  „Oswalt  mit
dem  ainem  Auge“  genannt  wurde.  Über  seine  Gestalt  gibt  er  uns  keine  weitere  Andeutungen, ­
  als:
Ain  k  r  a  u  s  weiss  har
von  locken  dick  het  ainst  mein  houbt  bedecket,
das  selb  plasniert  sich  swarz  und  graw,
von  Schilden  kal  durchschöcket.
mein  rotter  mund  wil  werden  plaw.
darumb  was  ich  der  lieben  widerzam.  S.  261.
Seinen  früh  ergrauten  Bart  berührt  er:
mein  dienst  der  louft  neur  hinden  nach,
seid  mir  die  weiss  durch  braunen  hart  auf  dringt.  S.  223.
            
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