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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Z  i  n  g-  e  r  I  e

mahnt  an  den  von  Labers.  Gewiss  kannte  aber  Oswald  Freidank’s
Bescheidenheit,  was  sich  aus  dem  Gedichte  XXII,  S.  83  ergibt,  das
auch  lehrreich  für  die  Bearbeitung  fremder  Vorlagen  von  unserm
Dichter  ist.  Man  vergl.:
Wer  hie  umb  diser  weide  lost
sein  ewig  freud  dort  geben  wil,
zwar  des  gewerb,  gewinn  noch  flust
ich  halten  wil  auf  kainem  spil.
Secht,  der  betreugt  sich  selber  zwar,
und  paut  auf  ainen  zweifei  gar,
das  sag  ich  eu  fürwar  XXII,  1,1.
vrgl.  swer  umbe  dise  kurze  zitdie
  ewigen  früude  glt,
der  hat  sich  selbe  gar  betrogen
und  zimbert  üf  den  regenbogen.  Fr.  1,  7.
Auch  wer  die  sei  sein  wil  bewaren,
damit  si  wol  versorget  sei,
der  lass  die  glust  hie  ierdisch  varen,
und  hiiet  sich  vor  den  sünden  frei.  „1,  8.
vrgl.  swer  die  sele  wil  bewarn,
der  muoz  sich  selben  läzen  varn.  Fr.  1,  13.
Wer  merken  wolt  sein  missetat,
der  hett  der  meinen  vil  guet  rat
zue  melden  frne  und  spat.  „1,  12.
vrgl.  swer  merket  sine  missetat,
die  mine  er  ungemeldet  lat.  Fr.  34,  1.
Und  wer  zwain  herren  dienen  sol
und  die  ungünstlieh  sein  in  ain,
zwar  der  bedarf  geliickes  wol,
das  er  sein  dienst  nützlichen  lain.  „1,  IS.
vrgl.  w r er  zwein  herren  dienen  sol,
der  bedarf  gelüekes  wol.  Fr.  50,  6.
Von  wen  ain  man  hat  ereil  grund,
der  schäm  sich  des  zu  kainer  stund.  „1,  19.
vrgl.  swä  von  ein  man  sin  ere  hat,
schämt  er  sich  des,  deist  missetat.  Fr.  S3,  9.
Es  ward  kain  fürste  nie  so  reich,
gleich
            
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