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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  altern  tirolischen  Literatur.  I.  637
hisst  uns  vermuthen,  dass  er  Dante’s  l’inferno  gekannt  habe,  während
er  uns  Petrarca  ausdrücklich  nennt:
„ez  zeucht  sein  wan  zue  torhait,  als  Petrarcha  spricht:
in  aller  werlt  der  toren  kreis
kan  niemt  mit  zal  erlouffen.  “  S.  271  ')
Von  deutschen  Dichtern  scheint  Neidhart  auf  ihn  grossen  Einlluss
  geübt  zu  haben.  Stellen  wie:
„Vernempt  mein  schal,
hal
liberal
auf  perg,  in  tal“  S.  91.
Ir  alten  weih,  nu  freut  euch  mit  den  jungen,
was  uns  der  kalte  winter  hat  betwungen,
das  wil  der  maie
mit  geschraie  S.  114.
„Gar  waidenlich  tritt  si  den  firlifanzen,
ir  hohe  spriing  unweiplich  sind  zu  tanzen“  S.  117.
„Fröleichen  so  well  wir
schir
singen,
springen
hoh,
uns  zwaien,
schon  raien
all  in  des  maien
loh.“  S.  134,  worin  der  Vers
„wurd  mir  der  kranz  von  Rosental“
vorkommt,  erinnern  lebhaft  an  denselben.
Reminiscenzen  aus  Walther  können  sein:
„Ain  ieder  vogel  in  der  weit
sein  Orden  halt,  in  dem  er  ist  geboren“  S.  76.
„was  ich  der  land  ie  hab  erkunt“  S.  212.
„für  alle,  die  ich  ie  erkant“  S.  213.
Das  Gedicht:  „  Wol  au  ff,  gesell!
wer  iagen  well,
engagent  im  kain  ungevell“  S.  144.
*)  Einmal  nennt  er  auch  den  Thomas  de  Aquino:  „Aquinus  Thomas  der  beschaidt.“
S.  242.

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