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Z i n g e r 1 e
„ia werden solcher leut
von bomen nicht g'eboren“ S. 61,
d. h. Leute, wie Oswald, kommen nicht häufig vor, und S. 62 spricht
der Herzog:
„wie lang sol ich in ligen hin?
kiint ir die taiding nimmer mer versliessen?
was hilft mich nu sein trauren da?
mein zeit getränt ich wol mit im vertreiben.
wir miiessen singen fa sol la
und tichten höflich von den schönen weihen.“
Und Friedrichs Marschall sprach zu Oswald:
. „nu trit mir zue,
mein herr hat deins gesanges kom erbitten.“ S. 62.
Er selbst nennt sich einmal die Nachtigall:
„Seid ich nu haiss die nachtigal
und loh oucli vast die freulin guet,
doch breis ich wol durch hellen schal
ein zart schön weih mit er behuet
für sterk der grossen lewen.“ S. 183.
und dichtet, damit er nicht vergessen werde:
„Und swig ich nu die lenge zwar,
so würd mein schier vergessen gar;
durch churze iar
niemand mein gedächte.
Darum!) so wil ich heben an
zu singen wider, ob ich kan,
von manchem man“ u. s. f. S. 86 ff.
In seiner Verlassenheit, enttäuscht von der Welt, ruft er aus:
„was hilft mein tichten und gesank
von manger küngin schöne?“ S. 269.
Wo er seine Kunst gelernt hat. an welchen Meistern er sich
gebildet habe, das lässt sich um so weniger feststellen, als er selbst
vornehmes Schweigen darüber beobachtet. Nicht nur die deutsche,
sondern auch die spanische, südfranzösische und italienische Poesie
hatte der dafür schwärmende Ritter auf seinen zahlreichen Wanderungen
kennen gelernt. Sein Gedicht:
„Durch toren weis
so wird ich greis“ S. 91 ff-