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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  ältern  tirolischen  Literatur.  I.

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Weber  (S.  483)  befinden  sollten,  fand  ich  im  genannten  Archive  ungeachtet ­
  der  vollständigsten  Nachforschung  nicht  die  geringste  Spur,
wie  auch  die  von  B.  Weber  so  oft  citierten  Reisenotaten  des  Oswald  t),
die  ebenfalls  im  Trostburger  Archive  sein  sollten,  vergebens  gesucht
wurden.  Auch  von  den  interessanten  Mittheilungen  über  Oswald,  die
B.  Weber  angeblich  aus  Engelhart  Dietrich’s  Aufzeichnungen  entlehnte ­
 2 ),  konnte  ich  in  Engelhart’s  Manuscripte  sozusagen  Nichts
finden.  Ich  spreche  hier  Sr.  Excell  euz  Herrn  Grafen  Leopold
vonWolke  n  stein  meinen  tief  gefühlten  Dank  für  die  liebenswürdige ­
  Liberalität  aus,  mit  welcher  der  edle  Herr  mir  die  Durchforschung ­
  des  Archives  zu  Trostburg  erlaubte  und  erleichterte.
Waren  die  auf  Oswald  bezüglichen  Resultate  nur  negative,  so  gewährten ­
  sie  dennoch  Trost  und  Beruhigung.  Einen  ähnlichen  Erfolg
hatten  die  Versuche,  ein  anderes  Oswald  zugeschriebenes  Werk  aufzufinden. ­
  Freiherr  von  Hormayr  schrieb  in  seiner  goldenen  Chronik
von  Hohenschwangau  S.  143.  „Aus  der  auf  ein  langes  ruheloses  Umhertreiben ­
  und  unglaublich  thatenreiches  Leben  folgenden  Einsamkeit ­
  hinterliess  Oswald  ein  Inngedenkbuch  über  den  damaligen ­
  Stand  der  Kriegskunst  und  der  Waffen,  eine
seltene  Stufenleiter  über  die  Fortschritte  der  Pulvererfindung  und
eine  Sammlung  lebens-  und  leidenschaftsvoller  Lieder.“  Da  Hormayr
unter  letzterer  die  Wiener  Handschrift  im  Auge  hatte,  sollte  man
glauben,  das  Buch  über  die  Kriegskunst  befinde  sich  auch  zu  Wien.
Allein  weder  in  Wien,  noch  in  München  ist  ein  ähnliches  Werk  Oswald's ­
  zu  treffen.
Von  einzelnen  Liedern  finden  wir  im  Liederbuche  der  Clara
Hätzlerin  (Ausgabe  von  C.  Haitaus.  Quedlinburg  1840)  drei.
1.  Es  seuszt  dort  her  von  Orient
der  wind,  Levant  ist  er  genent.  Weber  S.  111.  Hätzl.  S.  24.
2.  Vier  hundert  iar  auf  erd  die  gelten  neur  ein  tag.  WeberS.  189.
Hätzl.  S.  37.
3.  Freuntlicher  blick
wundet  ser  meins  hertzen  sehrein.  Weber  S.  191.  Hätzl.  S.  65.

1)  Oswald  von  Wolkenstein  und  Friedrich  mit  der  leeren  Tasche.  Innsbruck  1850.
S.  108.  113.  182.  285.  u.  s.  f.
0  Obiges  Werk  S.  109.  115.  130.  131  191.  If.
            
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