Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

H76

M  u  s  s  a  f  i  a

tection  de  Louis  IX,  susciterent  ä  plusieurs  reprises  contre
l  universite  de  Paris.  Und  in  demselben  Bande  S.  292  weist  Le
Clerc  auf  den  in  der  Pariser  Hs.  enthaltenen  Prolog  zum  Dit,  worin
es  heisst  .Toi  conter  mestre  Nichole  Qui  longuement  fu  ä  l’eschole;
De  Flavigny  avoit  surnom,  Arcevesque  de  Besengon.  Da  nun  dieser
Erzbischof  1235  gestorben  sei,  lasse  sich  daraus  beiläufig  das  Alter
sowol  des  Prologs  als  des  Dit  entnehmen.  Das  Register  verzeichnet  in
der  Tbat:  „Un  dit  de  Verite,  vers  1256“.  Renan  endlich  (Hist.  litt.
XXV,  S.  XXXI)  spricht  vom  Dit  als  von  einer  touchante  regnete  en
vers  de  l’univcrsite  contre  les  puissants  ennemis  qui  Vattaquaient
aupres  de  Blanche  de  Castille  et  de  saint  Louis.  Ein  zwingender
Grund  für  diese  Annahme  wurde  indessen  nicht  vorgebracht;  Jubinal
meint:  aucune  des  e.vpressions  du  trouvere  anonyme  n’est  assez  positive ­
  pour  que  je  me  permette  d'avancer  ce  fait  autrement  que
comme  une  hypothhse.  Nur  zu  den  Worten:  Tu  aimes  ceus  qui
t'ont  hay,  Peril.  y  a  bemerkt  Le  Clerc:  On  ne  s'est  sa?is  doute  pas
trompi  en  reconnaissant  dans  ce  cri  d’alarme,  I*6ril  y  a,  le  celibre
livre  de  Guillaume  sur  les  pe’rils  des  derniers  temps.  Unsere
Hs.  ist  indessen  geeignet,  die  Unhaltbarkeit  der  Hypothese  darzulegen. ­
  Es  finden  sich  hier  viele  Strophen  mehr  als  in  der
Pariser  Hs.,  und  zwar  vorzugsweise  solche,  welche  auf  bestimmte
Verhältnisse  hinweisen,  ja  sogar  eine  wo  das  Datum  1295  angegeben
wird.  Wäre  Jubinal's  Vermuthung  gegründet,  so  müsste  man  annehmen, ­
  im  Anlänge  des  XIV.  Jahrhundertes  habe  Jemand  ein  früheres ­
  Gedicht  benützt  und  es  besonders  durch  Erweiterungen  der
Geschichte  seiner  Zeit  angepasst.
Diese  Annahme  ist  nicht  so  einfach,  als  dass  man  nicht  an  die
natürlichere  Deutung  denken  sollte,  ein  Abschreiber  habe  alle  jene
Stellen  entfernt,  die  ihm  die  Achtung  gegen  die  Geistlichkeit  allzu
sehr  zu  verletzen  schienen.  Diess  scheint  um  so  glaubwürdiger,  wenn
man  die  Beschaffenheit  der  von  Jubinal  benützten  Hs.  berücksichtigt ­
  i).  P.  Meyer,  dem  vorliegender  Bericht  so  viel  zu  verdanken  bat,
batte  die  Güte  mir  darüber  Folgendes  mitzutheilen:  Ce  ms.  est  une
cspiee  de  poßme  moral,  qui  ne  vaut  rien  par  lui  meme,  mais  qui

J )  Auf  spätere  Anfrage  um  die  hei  Juhina]  fehlende  Angabe  des  Alters  der  Hs.  versicherte
  mich  Meyer,  dieselbe  gehöre  zweifellos  erst  dem  Beginne  desXIV.  Jahr.  an.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.