Über eine altfranzäsische Handschrift d. k. Universitätsbibi, zu Pnvia. 549
Loisel konnte ich nicht vergleichen.
Der Gleichheit des Gegenstandes wegen will ich schon jetzt ein
anderes Gedicht verzeichnen, welches in unserer Hs. erst gegen das
Ende vorkommt.
XVIII) 66'—83' 1 . Ohne Rubrik. Es sind wieder Vers de la
mort, beginnend: Mors si te ses entrebouter; 219 Strophen zu 12
achtsylbigen Versen, mit derselben Reimstellung wie beim vorangehenden
Gedichte. Das nämliche Stück ist in der Pariser Hs. 375
(=6987) enthalten; nur bietet letzterer Text nach den übereinstimmenden
Angaben von Paulin Paris, Mss. frg. III 228, und des Cat. des
mss. frg. nicht weniger als 313 Strophen. Michel, welcher im nämlichen
Jahre (1840) wie Paris die Inhaltsangabe der Pariser Hs.
(Chroniques Anglo-Normandes III, VI—XXXVI) mittheilte, hatte
keinen Anlass nach dem Verfasser zu forschen: Paris bemüht sich zu
beweisen, das Gedicht rühre von Adam de la Halle her. Es ist mir
nicht bekannt, ob diese Annahme später Bestätigung oder Widerspruch
erfahren hat; der Cat. des mss. behandelt das Stück als anonym.
Dasselbe ist nicht durchaus unbekannt. Ein Bruchstück von
54 Strophen ist davon gedruckt worden in (Auguis) Les poetes frangois
depuis le XII. siecle jusqu ä Malherbe, Paris 1824, II 58.
Hier wird es dem Helinand zugeschrieben; die Art aber wie es geschieht
zeigt von Oberflächlichkeit. Es wird da die Ausgabe von Loisel
erwähnt i) und hinzugefügt, die k. Bibliothek besitze eine Hs.,
welche um 11 Strophen mehr enthält. Da Loisel's Druck, wie wir
wissen, aus 39 Strophen besteht, so dürfte damit die obenerwähnte Hs.
1444 gemeint seien. Gleich darauf heisst es: Le texte que nous donnons
de la piece d' Helinand est conforme ä ce manuscrit, sur
lequel il a dtd collationd. Diess ist unmöglich, weil das jetzt in Rede
stehende Gedicht von jenem bei Loisel und folglich von jeder zu letzterem
gehörigen Handschrift durchwegs verschieden ist. Einer Mittheilung
von P. Meyer entnehme ich dass die Pariser Hs. 12615
(chansonnier de NoaillesJ ein Bruchstück von 54 Strophen unseres
Gedichtes enthält; es ist also sehr wahrscheinlich, dass diese Augis’
Quelle gewesen sei.
Auch hier, wie bei I, begegnen mannigfache Abweichungen in Bezug
auf Anordnung der Strophen. Vergleicht man z. B. die Pavia-Hs.
*) Als Jahr des Erscheinens wird irrthiimlich 1Ö95 angegeben.