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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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C  o  n  z  e

Frist  für  die  Übung  der  einheimischen  Weise,  die  dort  daher  noch
zu  der  zopfigen  Ausgestaltung,  welcher  die  verschlungenen  und  mit
Schlangenleibern  durchsetzten  Linearornamente  der  Eisenzeit  t)  eigen
sind,  gelangte.  Derselbe  Vorgang  aber,  welcher  im  Norden  Europas,
im  grossen  zusammenhängenden  Körper  des  Erdtheils,  so  verhältnissmässig
  spät  zum  Abschlüsse  kam,  war  auf  den  losgelösten  Halbinselgliedern ­
  Griechenlands  und  Italiens  und  auf  den  anliegenden  Inseln,
einem  zugänglicheren  und  empfänglicheren  Gebiete,  schon  über  ein
Jahrtausend  früher  vollendet.  Die  Zusammengehörigkeit  beider  Riesenschritte ­
  der  Civilisation  kann  desshalb  aber  doch  nicht  verkannt
werden.  In  Italien  kennen  wir  namentlich,  als  aus  orientalischer  Einwirkung ­
  erwachsen,  die  altetruskische  Kunst,  in  Griechenland  die
Kunst  der  vordorischen  Zeit,  die  besonders  in  Peloponnes,  vor  Allem
in  Argos  ihre  gewaltigen  Trümmer,  dann  aber  auch  die  Menge  der
orientalisirenden  bemalten  Vasen  hinterlassen  hat.  Mit  dieser  Periode
sind  wir  jetzt  gewohnt  die  Darstellungen  der  Geschichte  der  griechischen ­
  Kunst  beginnen  zu  sehen;  der  historische  Werth  der  nachgewiesenen ­
  älteren  Vasenclasse  liegt  nun  also  darin,  dass  wir  namentlich ­
  durch  sie  in  den  Stand  gesetzt  sind,  die  Kunstweise  der  in  Griechenland ­
  älteransässigen  Stämme,  die  dann  vor  der  orientalischen
Weise  erlag,  aber  wesentlich  gleichartig  mit  der  Kunstweise  der
verwandten  nordeuropäischen  Völker  war,  noch  zu  erkennen.  Wir
sehen  hierin  das  Glied,  welches  in  der  Kette  des  geschichtlichen
Zusammenhanges  die  besondere  griechische  Kunst  mit  der  allgemeinen ­
  der  übrigen  indogermanischen  Völker  verbindet.  Es  bildet
sich  so  eine  Folie,  auf  der  die  orientalische,  eine  Zeit  lang  in  Griechenland ­
  herrschende  Kunstweise  sich  deutlicher  abhebt;  wir  sehen
bestimmter,  wie  diese  orientalische  Kunstweise  doch  nicht  der  eigentliche ­
  Anfang  war,  sondern  nur  eine  befruchtende  Einwirkung  übte,
sehen  einigermassen  wenigstens  deutlicher,  was  das  Neue  war,  das
mit  der  fremden  Weise  nach  Griechenland  kam.
Es  ist  schon  oben  auf  diejenigen  Vasenmalereien  hingewiesen, ­
  welche  uns  den  allmäligen  Process  der  Verdrängung  der
älteren  Weise  durch  die  fremde  neue  im  Einzelnen  zeigen,  dabei  die

Als  eine  neuere  Publication  nenne  icli  beispielsweise  Oscar  Montelins  remains
from  the  iron  age  of  Scandinavia.  Stockholm  18(59.
            
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