Zur Geschichte der Anfänge griechischer Kunst.
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dass die Gesammteintheilung der zu verzierenden Fläche in parallel
horizontal umlaufende Banden und deren Theilung in Felder durch
senkrechte Linien im Norden ebenso vorherrscht, wie auf den griechischen
Vasen, dass ferner die Bevorzugung des obersten Theiles
des Gefässkörpers heim Verzieren dort sich ebenso findet, ja im
Zusammenhänge hiermit findet sich auch die in eine obere und
untere Abschrägung getheilte Gefässform () im Norden wie unter
diesen Gefässen griechischen Fundorts wieder; die obere Abschrägung
trägt dann hier wie dort das Hauptornament. Die IJntersiitze
Tal'. VII, 1. 2. VIII. sind mit dem Hallstädter Untersatze aus
Erz (Sacken a. a. 0. Taf. XXII, 3) die Pferde auf dem Deckel
London 2372* mit den Hallstädter Bronzeexemplaren von Pferden
(Sacken a. a. 0. Taf. VIII, 2. XV, 5) zusammenzustellen.
So stehen die Verfertiger jener altgriechischen Gefässe ganz
auf der bezeichneten Kunststufe ihrer nordischen Stammesverwandten
und man wird die Gleichheit mit guter Zuversicht auf gemeinsame
Mitgift an Kunstfertigkeit schon von ihrer gemeinsamen
Heimat her ansehen dürfen. Dass die, wie wir sahen, für diese ganze
Kunstweise zu Grunde liegende Technik der Weberei und der verwandten
Fertigkeiten im Besitze der Indogermanen schon vor ihrer
Trennung war, haben die sprachwissenschaftlichen Untersuchungen 2 )
gezeigt. Man wird in das Kulturbild jener Urzeit, wie es namentlich
Kuhn als erkennbar zeigte, zu Allem was dazu die Sprach- und
Mythenforschung geliefert hat, auch einen Vorrath von Kunstformen
und ein System ihrer Verwendung aufnehmen dürfen, wie es uns
die nordeuropäischen Funde der Bronzezeit s ), welche doch am wahrscheinlichsten
mit dem Auftreten der Indogermanen anhebt 4 ), in
gleicher Weise wie jene indo-germanisch-griechischen Thongefässe
') Vergl. mich die Form bei Lindenschrait n. a. 0. Band II, Heft I, Taf. 1.
2 ) Pictet origines indo-europeennes. Paris 1859. II, S. 155 II’. Bruno Kneisel Culturzustand
der indogermanischen Völker vor ihrer Trennung. Naumburger Gymnasialprogramm
1867. S. 17 f.
°) Dass auch Griechenland seine Bronzezeit hatte, ist mehrfach bemerkt, so von
Christian Petersen über das Verhältnis des Bronzealters zur histor. Zeit bei den
Völkern des Alterthums. Festgabe zum Bonner Universitätsjubiläum. Hamburg
1868. S. 16 ff.
4 ) Schleicher in Hildebrands Jahrb. für Nationalökonomie und Statistik 1, S. 410.