Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

C  o  n  z  e

528
ist  dieselbe,  z.  B.  auf  Knochenstürken  nordischen  Fundes  gewöhnlich.
Pflanzliche  Gebilde,  sagt  Sacken,  kommen  gar  nicht  vor,  was  auch
Wilson,  Lubbock,  Trojon  als  charakteristisch  betonten.  Das  Letztere
allein  ist  in  der  That  genügend,  um  die  Verkehrtheit  der  Annahme ­
  zu  zeigen,  die  Masse  der  nordischen  Bronzearbeiten  seien
in  ihrer  Gesammtheit  phönicischen  •)  oder  auch  etruskischen  -)
Ursprungs.  Als  eine  die  Regel  des  Fehlens  von  Pflanzenformen,  wie
wir  sahen,  nicht  erschütternde  Ausnahme  fanden  wir  auf  jene  altgriechischen ­
  Vasen  ganz  vereinzelt,  dann  aber  ganz  primitiv  und  zum
Unterschiede  von  orientalischen  Formen  ohne  deren  Stilisirung  nachgebildete ­
  Zweige  mit  Blättern;  ganz  ebenso  ausnahmsweise  und  dann
in  derselben  primitiven  Gestalt  finden  diese  sich  auch  auf  einzelnen
nordischen  Fundstücken,  z.  B.  der  hei  Wangen  im  Bodensee  mit  Gegenständen ­
  sogar  der  Steinzeit  gefundenen  Vase  (Troyon  habitations
lacustres.  Lausanne  1860.  pl.  VII,  35.  S.  42).  Merkwürdig  auch  im
Gegenstände  zusammentreffend  sind,  wie  Sacken  mir  noch  besonders
bemerkt,  die  symmetrisch  einander  ■gegenübergestellten  zwei  Pferde
mit  einer  Krippe  auf  zwei  der  griechischen  Gelasse  und  in  einer
Bronze  des  für  unser  ganzes  Thema  mir  sehr  lehrreich  gewordenen
Hallstädter  Fundes 3 );  ferner  beruht  auf  demselben  grossen  Zusammenhänge ­
  das  Vorkommen  des  Pferdes  mit  dem  Vogel  im  leeren  Raume
drüber  auf  den  griechischen  Vasen  und  wieder  auf  einem  gallischen
Ziegelstempel*),  womit  auch  die  Häufigkeit  desselben  Typus  auf
gallischen  Münzen  zusammenhängt.  Wir  gehen  weiter  und  finden,

*)  So  wollte  Nilsson  (die  Ureinwohner  des  skandinav.  Nordens.  Aus  dem  Schwedischen.
Hamburg.  2.  Ausgabe.  1866.)  glauben  machen,  so  spinnt  Rougemont  den  Faden
weiter  (die  Bronzezeit  oder  die  Semiten  im  Occident.  Übersetzt  von  Keerl.
Gütersloh  1869.),  dazu  sagte  u.  A.  Petersen  ja  (Gött.  geh  Anz.  1866,  S.  961  ff.).
An  Protesten  hat  es  nicht  gefehlt;  treffend  ist  der  von  John  Lubbock  (pre-historic
times.  London  186ö.  S.  49),  besonnen  sind  die  Entgegnungen  von  Wibel  (die
Kultur  der  Bronzezeit  Nord-  und  Mitteleuropas.  Kiel  1866.)
2 J  Lindenschmit  die  Alterthümer  unserer  heidnischen  Vorzeit.  II,  III  zu  Taf.  6  Beilage.
Auch  hiergegen  ist  Wibel  (a.  a.  0.)  völlig  im  Rechte,  während  Wiberg  (der  Einfluss
der  classischen  Völker  auf  den  Norden.  Deutsch  von  Mestorf.  Hamburg  1867.)
zwar  sich  der  Nilssonschen  Phoinizier,  nicht  aber  der  von  Lindenschmit  etwas
zu  sehr  in  dön  Vordergrund  gestellten  Etrusker  zu  erwehren  weis.
s )  Sacken  das  Grabfeld  von  Hallstadt.  Wien  1868.
4 )  Revue  archeol.  N.  S.  XV.  1867.  pl.  I.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.