Zur Geschichte der Anfänge griechischer Kunst.
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Formen, die sich allüberall wieder finden, getrieben werden soll. Dass
der Mäander, die Zickzacklinie u. s. w. da und da und da auch sonst
Vorkommen, in uralten Werken zumal und bei Völkern mit unentwickelter
Kunst, das zu bemerken, daraus irgend Etwas zur geschichtlichen
Beurtheilung derjenigen Vasen, welche allerdings in ihren Ornamenten
vorzugsweise diese einfachen Formen tragen, zu gewinnen,
weisen wir ganz von der Hand. Aber Folgendes ist etwas wirklich
Bedeutsames. Völlig dasselbe Gesammtsystem der verzierenden
Bildnerei, sozusagen dasselbe ganze Gerüst mit seiner eigenthümlichen
Art der Fügung, innerhalb desselben dann dieselben Einzelformen,
lineare Zeichnungen und Thierbilder, zugleich ferner — und
das verdient besondere Beachtung — dieselbe Ausschliessung aller
stilisirten Pflanzenbildungen, wie wir sie auf den betreffenden ältesten
Vasen griechischer Fundorte gewahren, charakterisirt die gesammte
Kunstübung der nordeuropäischen Völkerschaften, als sie schon
Bronze und nachher Eisen bearbeiteten, aber ehe sie in engere Berührung
mit dem asiatisch-mittelmeerländischen Culturkreise traten
und ihre Kunst vor dessen überwältigender Überlegenheit wich.
Wenn ich die aus zahllosen Funden bekannten Arbeiten der
Bronzezeit und der beginnenden Eisenzeit Nordeuropas mit jenen
ältesten Vasen griechischer Fundorte in Bezug auf die Ornamentik
vergleichen will, so führe ich am liebsten gleich eine ohne alle
Absicht hier für uns Beweismittel liefern zu wollen gemachte Zusammenstellung
der Elemente nordischer Ornamentik der Bronzezeit an,
z. B. in Sackens Leitfaden zur Kunde des heidnischen Alterthums
(Wien 1865), S. 102. Da finden wir den Ring in Reihen gestellt,
[aber auch einzelnen häufig], mit dem Punkte inmitten oder einem
Kreuze gefüllt*), einfach oder mehre concentrisch vereinigt; wir
finden die Zickzacklinie, die in horizontaler, senkrechter, schräger
Richtung gestellten gestreiften Bänder, ebenso die Raute, die S-förmige
Verzierung [auch das Schachbrettmuster kommt vor]. Wir
haben auf unsern griechischen Vasen eine bestimmte Art der
Zeichnung der durch schräge Linien verbundenen gereihten Kreise
kennen gelernt; genau auch in der Führung der Hand so hergestellt
*) Vergl. die radförmige Form z. ß. Lindensehmit die AHerthiimer unserer heidnischen
Vorzeit. 2 ßnde. Mainz 1864. 1870. I, I, 7. IV, 4. X, 7. II, V, 4. XII, 2.
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