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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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C  o  n  z  e

Weise.  Auf  derselben  Tafel  der  Monumenti  ist  oben  unter  n,  2  ein
zweites  Gefäss  abgebildet,  welches  in  seiner  rein  orientalisirenden
Deeoration  das  über  die  Miscbformen  des  anderen  Gesagte  recht
deutlich  zu  machen  geeignet  ist.
Schon  nach  diesen  ganz  auf  die  Funde  in  griechischen  Gegenden  beschränkten ­
  Beobachtungen  muss  man  am  meisten  geneigt  sein,  in  der  hier
besprochenen  VasenclasseProducte  oder  die  Nachklänge  von  Producten
vor  einer  durchgreifenden  Beeinflussung  Griechenlands  und  seiner  Kunst
vom  Oriente  her  zu  erkennen.  Vom  Oriente  her  kam  die  Pflanzenornamentik, ­
  kamen  die  schwungvoller  stilisirten  Thierbilder,  besonders
Löwe  und  Tiger,  von  denen  man  begreift,  dass  sie  den  von  Norden
gekommenen  Bewohnern  Griechenlands  wenigstens  nicht  von  Alters
vor  ihrer  Einwanderung  in  die  Balkanhalbinsel  her  bekannt  sein
mochten!),  vom  Oriente  kamen  die  phantastischen  Mischbildungen
der  Flügelrösse,  der  Greife,  Sphinxe  u.  s.  w.,  von  dort  kamen  endlich
mit  alle  diesem  die  Schriftzeichen.  Die  ursprünglichen  Verfertiger
der  hier  behandelten  Vasen  schrieben  noch  nicht  mit  phönicischen
Lettern,  welche  auf  den  orientalisirenden  Vasen  bald  erscheinen.
Wollte  man  danach  eine  kurze  und  wenigstens  verständliche  Bezeichnung ­
  für  die  nachgewiesene  älteste  Vasenclasse  suchen,  so
würde  man  an  das  Mythische  anknüpfeud  vorkadmeisch  sagen,  man
würde  das  vielgemissbrauchte  pelasgisch  Vorschlägen  können.  Indogermanisch, ­
  wofür  Andere  lieber  das  wenigstens  kürzere  arisch
wählen  werden,  hat  sie  Semper  genannt.  In  der  Dichtung,  welche
diese  Benennung  andeutet,  müssen  wir  uns  weiter  umsehen,  um
unser  bisher  gewonnenes  Urtheil  über  jene  Gefässe  in  der  That
bestätigt,  den  letztgenannten  einen  grösseren  Zusammenhang  betonenden ­
  Namen  berechtigt  zu  sehen,  um  den  Schlüssel  zu  finden  zu
einem  noch  gesicherter  richtigen  historischen  Verständnisse  derselben. ­

Ich  bevorworte  zunächst,  dass  hierbei  nicht  wieder  das  alte  willkürliche ­
  Spiel  mit  Gleichheit  und  Ähnlichkeit  einzelner  ureinfacher

*)  Benfey  (im  Vorworte  zu  Fick  Wörterbuch  der  indogermanischen  Grundsprache.
Göttingen  1868.  S.  VIII)  behauptet,  nicht  die  Spur  eines  Urnamens  für  die  bedeutensten
  asiatischen  Raubthiere,  Löwe  und  Tiger,  finde  sich  in  den  indogermanischen ­
  Sprachen.  Vergl.  Förstemann  in  Kulms  Zeitschr.  für  vergl.  Sprachforschung ­
  I,  S.  495  f.  499.
            
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