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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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C  o  n  l  e

diesen  orientalisirenden  Vasen  berühren  sich  der  Zeit  nach  die
hier  besprochenen;  schon  die,  wie  oben  gesagt,  beiden  gemeinsame, ­
  später  abkommende  Technik  und  die  übrige  bis  zu  der  bezeichneten
  Grenze  gehende  Verwandschaft  sprechen  dafür.  Es
kann  aber  weiter  unbedenklich  behauptet  werden,  dass  die  orientalisirenden ­
  Vasen  einer  später  auftretenden,  die  andere  ältere  allmälig
  ganz  verdrängenden  Kunstweise  angehören.  Alles  ist  auf  der
einen  Seite  alterthümlicher,  die  grössere  Einfachheit,  ja'  Armuth  der
Formensprache,  das  Fehlen  des  wichtigen  ornamentalen  Elementes
der  Pflanzenform,  die  weit  mangelhaftere  Stilisirung  der  Thierformen. ­
  Dazu  tritt  weiter  bestätigend  hinzu,  dass  wir  den  Übergang
der  orientalisirenden  Weise  zu  der  noch  späteren  reinhellenischen  Art
deutlich  in  zahlreichen  Vasen  verfolgen  können.  Ist  dem  so,  so  müssen
nothwendig  auch  Spuren  eines  Überganges  aus  der  Kunstweise
unserer  also  allerältesten  Vasen  zu  der  der  orientalisirenden  sich  auffinden ­
  lassen.  Sie  lassen  sich  aufweisen.  Man  erkennt  an  einer  Reihe
von  bemalten  Gefässen  deutlich,  wie  das  orientalisirende  Element,  das
in  der  That  reichere  und  durchgebildetere,  überwiegend  wird,  es  werden ­
  mit  den  schwungvoller  behandelten  und  auch  an  sich  phantastischeren ­
  Thierkörpern,  die  gleich  fertig  und  zwar  ziemlich  complicirt
ausgebildeten,  aus  dem  alterworbenen  Formenvorrathe  des  Orients
übernommenen  Pflanzenornamente  vorherrschend,  aber  daneben
werden  die  alten  Zickzacke,  Mäander,  concentrischen  Kreise  und  rautenförmigen ­
  Gebilde,  wie  schon  berührt  wurde,  nicht  gleich  aufgegeben; ­
  zur  Füllung  des  Grundes  eignen  sie  sich  auch  nach  der
neuen  Weise  noch  immer  sehr  wohl.  So  sind  sie  hin  und  wieder,
sogar  da  noch,  wenn  auch  nur  spärlicher,  eingemischt  vorhanden,
wo  unter  den  orientalisirenden  Pflanzen-  und  Thierformen  ein  ganz
neues,  das  hellenische  Element  in  Menschenbildern,  mythischen  Scenen
  sich  Bahn  bricht.  Wir  können  hierfür  besonders  einzelne  grosse
auf  Melos  gefundene  Thongefässe  anführen.  Da  sind  erste  Anfangsversuche ­
  in  menschlichen  Figuren  hellenische  Götter-  und  Heroengestalten ­
  zu  zeichnen,  die  ganze  weitere  Einkleidung  ist  orientalisirend,
  die  Flügelrösse,  die  Pflanzenornamente;  dazwischen  treten
aber  noch  in  grosser  Ausdehnung  die  gehäuften  Zickzacklinien  der
ältesten,  sonst  hier  schon  weit  zurückliegenden  Decoration  auf.  Dass
diese  melischen  Gefässe  gegenüber  der  grossen  Menge  orientalisirender
  Vasen,  wie  der  Dodwellschen  etwas  Eigenthümliches  hatten,
            
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