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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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S  t  r  o  I)  1  ,  Über  das  Spielmannsgedicht  von  St.  Oswald.

Das  sind  vier  Verse,  welche  wenigstens  die  Umrisse  einer
Hildebrandstrophe  zeigen.  Oder  2349  :

Frouwe  Bride  .  -  .
Manigen  pfeller  riehen
Die  gap  man  den  herren
Frou  Bride  hiez  künden

liiez  üf  den  hof  tragen
mit  golde  ivol  durchslagen
zu  haut
.  .  .  durch  diu  laut!

Ferner  2879:
Kum  ich  im  niht  ze  liilfe  in  kurzer  zit
Er  und  al  die  sine  verliesent  den  lip.

2893:

Befelhet  iuwer  riche  einem  andern  man
Wan  ich  wil  mit  iu  varen  über  mer  hindan  .  .  .
Min  herre  gevüeret  niemer  keinen  man,
Der  im  si  nutzer  üf  des  meres  trän.
Doch  ich  will,  bis  nicht  andere  auf  den  Orendel  bezügliche
Fragen  erledigt  sind,  einhalten.  Es  gibt  aber  kaum  ein  anziehenderes ­
  Capitel  in  der  Geschichte  der  altdeutschen  Literatur  als  das,
welches  von  den  Spielmannsgedichten  handelt.  Man  hat  sie  vielfach
bereits  in  den  Kreis  der  Beobachtung  gezogen,  man  wird  es  noch
mehr  thun  müssen,  um  manches  Schwankende  noch  sicher  zu  stellen.
Keine  Producte  unserer  altdeutschen  Poesie  haben  unter  dem  Wandel
der  Zeiten  so  viel  gelitten,  keine  tragen  wie  sie  den  Stempel  so  verschiedener ­
  Jahrhunderte,  verschiedener  Anschauungen.
Einen  kleinen  Beitrag  möchte  ich  im  Obigen  gegeben  haben.

;
            
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