Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  Spielmannsgedicbt  von  St.  Oswald.

301

Sie  sprachen  unde  hißte  sin  diu  werlt  gesworn
So  müezent  die  kristen  ir  leben  hän  verlorn.’
Sant  Oswait  die  beiden  zuo  im  vliezen  sach
Nu  hceret  wie  balde  '  er  zuo  den  sinen  sprach.
Gleich  2769  und  2770  bilden  wieder  zwei  Nibelungenverse:
Wert  iuch  des  betwinget  uns  vil  gröziu  not
Wir  werden  bestanden  uf  den  grimmen  tot.
Wenige  Verse  unten  2775  —  2778:
Do  sprachen  die  werden  kristen  guot
Herre  nü  habt  selbe  ein  vesten  muot
Wir  wellen  iu  mit  triuwen  bigestän
Al  di  wile  und  wir  daz  leben  hän.
Do  sprächen  die  kristen  die  werden  beide  guot,
Herre  nü  habt  selbe  einen  vesten  muot,
Wir  wellen  iu  mit  triuwen  iemer  bigestän
Hiute  und  al  die  wile  und  wir  daz  leben  hän.
Und  wenn  das  Hildebrandstrophen  sind,  so  darf  man  mit  den
in  der  Nähe  stehenden  Versen  2787—2790  ähnliches  versuchen:

Sant  Oswait  do  selbess  trän
Den  sturmvanen  er  in  sin  hant  nam
Her  gen  den  beiden  was  im  gäch
Die  sine  ilten  im  halt  hin  näch.
S  ist  in  Vers  2787  unverständlich,  M  ändert  gründlich:
Sant  Oswait  niht  enlie
Den  sturmvanen  er  selbe  in  sin  hant  gevie.

Das  sonderbare  trän  scheint  also  ein  alter  Fehler  in  X  zu  sein,
das  der,  wie  wir  wiederhalt  gesehen,  glücklicherweise  nachlässige
Schreiber  von  X x  stehen  liess.  Am  nächsten  liegt  der  Überlieferung
und  dem  Reime  nam  nach  zu  vermuthen:  bram:

Sant  Oswait  dö  selbe
Den  sturmvanen  wizen
Her  gen  den  beiden
Die  sinen  beide  ilten

als  ein  eher  bram
in  sin  hant  er  nam
was  im  verre  gäch
im  balde  hin  näch.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.