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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  Spielmannsgedicht  von  St.  Oswald.

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2539  f.  Er  bäte  niht  ze  vvi'len
Er  begunde  vaste  ilen
Er  i'lte  (vaste)  hin  an  die  gailin
Mit  den  beiden  sinen
Unde  mit  der  künigin.
So  können  nocli  öfter  bald  mit  grösserer,  bald  mit  geringerer
Sicherheit  Ergänzungen  angebracht  werden.
Der  zweite  Weg,  den  ich  eingeschlagen  habe,  lässt  sich  nur  an
der  Hand  der  Überlieferung  wagen  ;  wo  die  beiden  Vorlagen  solche
Anhaltspunkte  nicht  bieten,  bin  ich  wenigstens  nicht  kühn  genug  zu
conjicieren.
Ich  habe  oben  meiner  Untersuchung  etwas  vorgegriffen  und  die
gefundenen  fünfzehigen  Strophen  Moroltstrophen  genannt.  Freilich
haben  diese  in  dem  Gedichte,  von  welchem  sie  den  Namen  tragen,
meist  oder  einzig  diese  Gestalt:
Do  sprach  diu  vrouwe  wol  getan:
'Swic  und  lä  die  rede  stän
Ja  bistuz  selbe  Salmans  man.
Kumt  mir  der  künic  Pharao
Es  muoz  dir  an  din  leben  gän’.
oder:
Ir  kele  was  wiz  als  der  sne,
1z  enwart  nie  schcener  vrouwe  me,
Ir  munt  r$ht  als  ein  rubin  bran
Und  spihlen  ir  diu  ougen
Als  irm  alder  wol  gezam.
Dazu  noch  im  dritten  und  fünften  Vers  'einmal’  wie  Simrock
bemerkt:  sterne:  gerne.  Die  aus  unserm  Oswald  gewonnenen
Strophen  weichen  theilweise  von  diesen  ab,  indem  bei  einigen  die
beiden  ersten  Verse  klingend  und  dreimal  gehoben  sind.  Die  übrigen
Veränderungen,  im  dritten  und  fünften  Vers  klingender  Reim  und
weibliche  Caesur  in  der  vierten  Zeile  kommen  auch  im  Morolt  vor,
wie  wir  oben  gesehen.  Klingend  im  dritten  und  fünften  Vers  reimen
ja  auch  die  beiden  schönen  alten  Strophen  in  MF.  3,  7  und
3,  12.
            
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