Über das Spielmannsgedicht von St. Oswald.
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2539 f. Er bäte niht ze vvi'len
Er begunde vaste ilen
Er i'lte (vaste) hin an die gailin
Mit den beiden sinen
Unde mit der künigin.
So können nocli öfter bald mit grösserer, bald mit geringerer
Sicherheit Ergänzungen angebracht werden.
Der zweite Weg, den ich eingeschlagen habe, lässt sich nur an
der Hand der Überlieferung wagen ; wo die beiden Vorlagen solche
Anhaltspunkte nicht bieten, bin ich wenigstens nicht kühn genug zu
conjicieren.
Ich habe oben meiner Untersuchung etwas vorgegriffen und die
gefundenen fünfzehigen Strophen Moroltstrophen genannt. Freilich
haben diese in dem Gedichte, von welchem sie den Namen tragen,
meist oder einzig diese Gestalt:
Do sprach diu vrouwe wol getan:
'Swic und lä die rede stän
Ja bistuz selbe Salmans man.
Kumt mir der künic Pharao
Es muoz dir an din leben gän’.
oder:
Ir kele was wiz als der sne,
1z enwart nie schcener vrouwe me,
Ir munt r$ht als ein rubin bran
Und spihlen ir diu ougen
Als irm alder wol gezam.
Dazu noch im dritten und fünften Vers 'einmal’ wie Simrock
bemerkt: sterne: gerne. Die aus unserm Oswald gewonnenen
Strophen weichen theilweise von diesen ab, indem bei einigen die
beiden ersten Verse klingend und dreimal gehoben sind. Die übrigen
Veränderungen, im dritten und fünften Vers klingender Reim und
weibliche Caesur in der vierten Zeile kommen auch im Morolt vor,
wie wir oben gesehen. Klingend im dritten und fünften Vers reimen
ja auch die beiden schönen alten Strophen in MF. 3, 7 und
3, 12.